Bayer-Zahlen: Lipobay-Klagen bremsen Wachstum - DER SPIEGEL
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Bayer-Zahlen Lipobay-Klagen bremsen Wachstum

Der Chemie- und Pharmakonzern hat zwar einen Gewinnanstieg verzeichnet, Börsianer hatten im Vorfeld jedoch mit besseren Zahlen gerechnet. Die Aktie führte nach Vorlage der Quartalsbilanz zeitweise die Dax-Verliererliste an.
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Leverkusen - Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer   hat im zweiten Quartal das operative Ergebnis deutlich gesteigert, dabei aber etwas unter den Erwartungen von Analysten gelegen.

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum habe der operative Gewinn im zweiten Quartal um 80 Prozent auf 454 Millionen Euro zugelegt, teilte Bayer am Mittwoch in Leverkusen mit. Zu dem Ergebniswachstum hätten vor allem die Sparten Pharma sowie Biologische Produkte und Polyurethane/Lackrohstoffe/Fasern beigetragen. Bereinigt um Sondereinflüsse habe sich das operative Ergebnis um 30 Prozent verbessert.

An der Börse sind die Zahlen mit einem Kursabschlag quittiert worden. Im frühen Handel verlor das Papier um knapp sechs Prozent auf 20,02 Euro und war nach der Commerzbank-Aktie zweitschwächster Wert im Dax  .

Jahresausblick bestätigt

Bayer bestätigte den Jahresausblick, das operative Ergebnis im fortzuführenden Geschäft 2003 um einen zweistelligen Prozentsatz steigern zu wollen. Allerdings erwartet der Konzern keine durchgreifende Belebung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage im zweiten Halbjahr.

Obwohl der Konzernumsatz im zweiten Quartal wegen des starken Euros um 3,3 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro gesunken sei, habe Bayer das Geschäft in den meisten Regionen ausgebaut. In lokalen Währungen sei ein Umsatzanstieg von 7,3 Prozent verzeichnet worden.

Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt für das zweite Quartal bei einem Umsatz von 7,28 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis von 478 Millionen Euro erwartet. Dabei lagen die Schätzungen jedoch weit auseinander, die niedrigste Vorhersage lautete 310 Millionen Euro und die höchste 673 Millionen Euro.

Lipobay bleibt ein Bremsklotz

Die Zahl der geschlossenen Vergleiche auf Grund von Schadenersatzklagen im Zusammenhang mit dem zurückgerufenen Medikament Lipobay sei bis zum ersten August auf 1211 gestiegen, die Höhe der damit verbunden Zahlungen auf 432 Millionen Dollar. Die Zahl der anhängigen Verfahren belaufe sich mittlerweile auf rund 10.100. Bayer hatte zuletzt die Zahl der geschlossenen Vergleiche mit 1042 angegeben, die Höhe der Aufwendungen für die Vergleiche mit 343 Millionen Dollar. Bis Ende Juni waren 9400 Lipobay-Klagen anhängig.

Bayer hatte Lipobay 2001 vom Markt genommen, weil der Cholesterinsenker im Verdacht steht, als Nebenwirkung Muskelschwäche mit tödlichem Ausgang verursachen zu können. Nachdem Bayer die ersten beiden Gerichtsverfahren um Lipobay in den USA gewonnen hat, steht insbesondere der Ausgang des Zulassungsverfahrens um eine Lipobay-Sammelklage im Fokus. Einen Termin für die Entscheidung in dem Zulassungsverfahren gibt es indes noch nicht.

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