BDI-Funktion Opposition und SPD rüffeln Röttgen
Berlin - "Schade, Röttgen war ein guter Politiker", sagte der Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn der "Bild"-Zeitung. Und weiter: "Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, wie er die neue Tätigkeit zeitlich mit einem Abgeordnetenmandat vereinbaren will."
Röttgen hatte am Montag angekündigt, zum 1. Januar 2007 als Hauptgeschäftsführer zum BDI zu wechseln. Sein Amt als Fraktionsgeschäftsführer will er bereits im Herbst dieses Jahres abgeben, das Bundestagsmandat allerdings bis zum Ende der Legislaturperiode behalten.
FDP-Vizechefin Cornelia Pieper ermahnte den CDU-Politiker: "Herr Röttgen sollte sich überlegen, ob es gut ist, vormittags als abhängiger Verbandsfunktionär aufzutreten und nachmittags als unabhängiger Abgeordneter im Parlament abzustimmen." Der SPD-Abgeordnete Ernst Dieter Rossmann bemängelte: "Der nahtlose Tausch aus der Geschäftsführung der CDU in die Geschäftsführung der Unternehmensverbände zeigt eindeutig, welchen Interessen die CDU eins zu eins verpflichtet ist."
Röttgen tritt die Nachfolge von Ludolf von Wartenberg an, der aus Altersgründen die BDI-Spitze verlässt. Mit Röttgen bekommt Kanzlerin Angela Merkel einen neuen Verbindungsmann in dem mächtigen Industrieverband. Röttgen gilt als enger Vertrauter Merkels.
itz/ddp/Reuters