ATOMWIRTSCHAFT Beamte eingekauft
Zum zweitenmal wechselt ein hoher Beamter aus dem Bundesumweltministerium, der über intimste Kenntnisse der deutschen Kernenergiepolitik verfügt, auf eine Spitzenposition in der Atomwirtschaft: Gerald Hennenhöfer, seit 1994 Leiter der Abteilung für Reaktorsicherheit und am 12. November vom grünen Umweltminister Jürgen Trittin in den einstweiligen Ruhestand geschickt, tritt bereits im Januar beim Mischkonzern Viag an. Voraussichtlich im Rang eines Generalbevollmächtigten mit Zuständigkeit für »Wirtschaftspolitik« soll der einstige Chefnuklearaufseher die Viag-Stromtochter Bayernwerk durch die heiklen Atomausstiegsverhandlungen mit der rot-grünen Bundesregierung lotsen. Nach dem Bundesbeamtengesetz sind ausscheidende Staatsdiener allerdings zur Verschwiegenheit über Kenntnisse aus ihrer Amtszeit verpflichtet. Schon Hennenhöfers Vorgänger im Umweltministerium, Walter Hohlefelder, diente der Beamtenjob als Sprungbrett: Nach über vier Jahren bei der Veba rückt Hohlefelder im April in den Vorstand der PreussenElektra auf.