Beate Uhse Dildos in Delfinform
Hamburg/Flensburg - Beate Uhse wolle die Abhängigkeit von wenigen großen Lieferanten in einigen Bereichen abbauen und die Produktion stärker an den Wünschen der Kunden ausrichten, sagte Vorstandssprecher Otto Christian Lindemann am Donnerstag in Hamburg. "Stark gefragt sind Fun-Artikel; zum Beispiel Vibratoren, die wie Delfine aussehen", sagte Lindemann. Beate Uhse als das führende Erotik-Unternehmen müsse solche Trends aufnehmen.
Es sei allerdings nicht geplant, aus dem Handelsunternehmen Beate Uhse eine Produktionsfirma zu machen. Das Angebot an Produkten sei groß genug, beispielsweise kämen weltweit monatlich 70 neue Sexfilme auf den Markt. Der Flensburger Konzern setze strategisch vor allem auf den Versandhandel, der unter allen Geschäftsbereichen die höchsten Zuwachsraten habe und auch zum Gewinn den größten Anteil beitrage. "Aber auch in unseren Ladengeschäften haben wir nichts von der Konjunkturflaute gemerkt, sondern steigern den Umsatz", sagte Lindemann. Erotik sei wie Essen und Trinken weitgehend unabhängig von konjunkturellen Schwankungen.
Der Konzernumsatz legte in den ersten neun Monaten dieses Jahres gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 40 Prozent auf 160 Millionen Euro zu. Das Wachstum stammt überwiegend aus Unternehmenskäufen, aber auch aus eigener Kraft kam Beate Uhse auf ein Plus von sieben Prozent. Der Ertrag hielt damit nicht Schritt, sondern wurde durch Abschreibungen auf unverkäufliche Lagerbestände und rückläufige Erlöse im Internet-Geschäft beeinträchtigt. Der Gewinn vor Steuern verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 8,6 Millionen Euro. Beate Uhse hat das Ergebnisziel für das Gesamtjahr entsprechend von 20 auf 10 Millionen Euro gesenkt.