Beate Uhse: Sex sells - DER SPIEGEL
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Beate Uhse Sex sells

Für Beate Uhse hat der Spruch "Sex sells" mehr Gültigkeit denn je. Der größte Erotikkonzern Europas hat mit einem boomenden Versandhandel im ersten Halbjahr 2001 seinen Gewinn nahezu verdoppelt.
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Hamburg/Flensburg - Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 118 Prozent auf 14,2 Millionen Mark, teilte das Flensburger Unternehmen mit. Nach Steuern blieb ein Gewinnzuwachs von 93 Prozent auf 5,6 Millionen Mark. Der Konzernumsatz lag bei 205,4 Millionen Mark, ein Plus von 76 Prozent.

Beim Versandhandel legte das Erotikunternehmen im 1. Halbjahr 2001 um elf Prozent zu. "Wir haben in den ersten sechs Monaten erhebliche Mittel in Werbung investiert und rund 750.000 neue Adressen von potenziellen Versandkunden bekommen", sagte der Vorstandsvorsitzende Otto Christian Lindemann.

Michael Mantlik, Analyst bei der Vereins- und Westbank, bewertete die Zahlen des Unternehmens als durchaus positiv. Vor dem Hintergrund, dass in der Erotikbranche der Umsatz in den dunklen Monaten des Jahres, also im vierten Quartal, am stärksten sei, habe Beate Uhse im ersten Halbjahr einen sehr guten Umsatz erzielt. Die Umsatzsteigerung um 76 Prozent sei neben dem organischen Wachstum des Konzerns auf die Akquisition der niederländischen Tochter zurückzuführen, sagte Mantlik.

Auch nach dem Tod der Firmengründerin Beate Uhse im Juli will das Unternehmen den Wachstumskurs fortsetzen. "Bei uns wird sich nichts verändern", versicherte Lindemann. Zur Kostenoptimierung soll demnächst im niederländischen Amsterdam ein Zentrallager eingerichtet werden, von dem aus ganz Europa bedient werden soll. Damit will das Unternehmen von 2003 an rund vier Millionen Mark pro Jahr sparen.

"Weil unsere Produktpalette von Hardcore bis Soft reicht, wollen wir einige als Leistungsmarken unter dem Dach der Beate Uhse AG ausgliedern", kündigte Lindemann an. Mit rund tausend Produkten will die Holding in zwei Jahren mit einem Versandhandel auf dem amerikanischen Markt Fuß fassen. Auch die Internet- und Fernsehaktivitäten sollen ausgeweitet werden. Die Holding arbeite gemeinsam mit dem Münchner Kirch-Konzern daran, die technischen Voraussetzungen zu schaffen.

Die Aktie der Beate Uhse AG war nach dem Tod der Firmengründerin im Juli von rund 14 Euro auf einen Wert von etwa 12 Euro gesunken. Am Dienstag legte das Papier um 2,5 Prozent auf 12,40 Euro zu.