Bedrohung Internet? - DER SPIEGEL
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MEDIENAKTIEN Bedrohung Internet?

• aus DER SPIEGEL 22/1999
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Internet wird die Kurse vieler europäischer Medienaktien negativ beeinflussen, hat die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs anhand mehrerer Fallstudien ermittelt. Fernsehsender beispielsweise müßten künftig mit geringeren Werbeeinnahmen und weniger Zuschauern rechnen. So habe das Management von Pro Sieben, dem einzigen deutschen Unternehmen in der Studie, noch nicht »die revolutionäre Bedrohung für die traditionellen Medien« durch das Internet verstanden, sagt zumindest die Studie. Zwar verfüge der Sender über eine Webseite, doch das sei weit von einem richtigen Portal für E-Commerce-Anwendungen entfernt. Dagegen heben die Banker den französischen Fernsehsender TF 1 positiv hervor, der vier Millionen Besuche im Monat auf seiner Webseite verzeichnet und zudem an einem Netzbetreiber beteiligt ist. Die Aktien der niederländisch/britischen Verlagsgruppe Reed Elsevier wurden von Goldman Sachs trotz großer Investitionen in das Internet negativ bewertet. Es fehle an guten Inhalten, um in Zukunft genug Nutzer auf die eigenen Netzseiten zu zwingen. Dagegen sei die Verlagsgruppe Pearson, die die »Financial Times«, »Penguin Books« oder den »Economist« herausgibt, gut positioniert, weil sie unverwechselbare Inhalte offeriere. Auch für Reuters geben die Amerikaner eine Kaufempfehlung. Die Nachrichtenagentur wickle alles online ab, verfüge über technisch gut ausgebildete Arbeitskräfte und habe bereits ein Standbein im E-Commerce.

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