Beförderung von Freundin Wolfowitz übernimmt Verantwortung
Washington - Er habe stets die Regeln der Bank bei den Arbeitnehmerrechten respektiert und in der Personalfrage den Personalrat konsultiert, erklärte Wolfowitz in einer E-Mail an die Personalvertreter. Er werde dem Personalrat Einblick in die entsprechenden Akten gewähren, allerdings in einer Art und Weise, in der das Recht auf Vertraulichkeit gewahrt bleibe.
Die Weltbank-Beschäftigten werfen Wolfowitz vor, seine Freundin Shaha Riza bei einer Beförderung bevorzugt zu haben. Demnach wurde ihr Gehalt doppelt so stark erhöht wie üblich, obwohl sie wegen der Beziehung zu Wolfowitz ihr Amt bei der Weltbank ruhen ließ und ins US-Außenministerium wechselte.
Dem US-Außenministerium zufolge ist Riza seit September dort nicht mehr beschäftigt und arbeitet jetzt für eine von den USA finanzierte Nicht-Regierungsorganisation. Der Weltbank-Personalrat hatte ihr vorgeworfen, sie habe den besser bezahlten Posten ohne Ausschreibung und Zustimmung der zuständigen Stellen erhalten. "Diese Beförderung entspricht eindeutig nicht dem üblichen Verfahren."
Einer Washingtoner Organisation zufolge verdiente sie zuletzt mehr als 193.000 Dollar im Jahr. Wolfowitz war vor seinem Amtsantritt als Weltbank-Präsident 2005 Vize-Verteidigungsminister. Seitdem kam es regelmäßig zu Spannungen zwischen Weltbank und dem neokonservativen Politiker und seinen Beratern, die er vom Verteidigungsministerium und aus der US-Regierung mitbrachte. Wolfowitz wird von seinen Mitarbeitern unter anderem deshalb argwöhnisch beobachtet, weil er als ein Architekt des Irak-Kriegs gilt.
sam/Reuters