Beiersdorf Übernahmeschlacht beginnt am Mittwoch
Hamburg - Am Mittwoch würden die Gespräche mit der Allianz aufgenommen, berichtet die Nachrichtenagentur vwd unter Berufung auf Hamburger Finanzkreise. Das hanseatische Bieter-Konsortium will Beiersdorf vor dem Verkauf an den US-Konzern Procter & Gamble bewahren. Es besteht neben Tchibo aus Beiersdorf selbst sowie der staatlichen HSH Nordbank und dem Tchibo-Miteigentümer Joachim Herz, der bereits 15 Prozent der Aktien hält. Noch fehlen der so genannten "lokalen Allianz" jedoch die Investoren für den Anteil der Münchener.
Die sind bislang laut Informationen des "Hamburger Abendblatt" nur für 35 bis 39 Prozent von Beiersdorf vorhanden. Für den Rest könnte ein prominenter Geldgeber aufkommen: Der Hamburger Senat hat zwar Gerüchte dementiert, er wolle Beiersdorf-Aktien in Höhe von einer Milliarde Euro übernehmen, doch laut "Abendblatt" wird in Wirtschaftskreisen immer stärker darauf verwiesen, dass sich die Stadt im Notfall selbst engagieren würde. Allerdings wolle sie dafür keine Haushaltsmittel verwenden, sondern einen Bankkredit aufnehmen. Dessen Raten würden dann von den Dividendenzahlungen getilgt.
Beiersdorf selbst wird im Rahmen der Offerte an die Allianz bis zu zehn Prozent der eigenen Aktien zurückkaufen, berichtet die Nachrichtenagentur vwd. Die Höhe des Anteils hänge letztlich vom Preis ab, der im Rahmen des Konsortialangebots an den Münchener Versicherungskonzerns gemacht werde.
Dieser stehe aber noch nicht endgültig fest. Die berichteten 107 Euro je Aktie sind laut vwd falsch. Richtig sei, dass der Angebotspreis sich aus einem Durchschnittskurs der letzten Monat zuzüglich eines kleinen Paketzuschlages errechne. Wahrscheinlich werde sich der Preis in einer Bandbreite zwischen 100 und 110 Euro bewegen.
Zudem werde Beiersdorf die Aktien nicht behalten, sondern wieder in den Markt geben. Ein Beiersdorf-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren, bestätigte aber, dass es einen Hauptversammlungs-Beschluss gebe, der den Rückkauf eigener Aktien von bis zu zehn Prozent erlaube.
Seitens des Tchibo-Konsortiums wird fest damit gerechnet, dass Procter & Gamble gegenüber der Münchener Allianz ebenfalls ein Angebot vorlegen wird - oder bereits vorgelegt hat. Es wird erwartet, dass dieses höher als das des Hamburger Konsortiums sein wird. Denn P&G kann wesentlich höhere Synergieffekte erzielen, indem es die Beiersdorf-Sparten tesa und medical herauslöst. Für das Angebot der Hamburger Investoren spricht daher eher der Standort-Gedanke: Beiersdorf soll in Deutschland bleiben und nicht zerschlagen werden.