BenQ: 1000 Mitarbeiter bald ohne Arbeit - DER SPIEGEL
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BenQ 1000 Mitarbeiter bald ohne Arbeit

Mehr als 1000 Mitarbeiter des insolventen deutschen Handy-Herstellers BenQ Mobile werden einem Bericht zufolge schon bald keine Arbeit mehr haben. Von einer Kündigung bleiben sie allerdings verschont - jedenfalls zunächst.
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Frankfurt am Main - Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ist vor allem die Verwaltung überbesetzt, aber auch die Produktion müsse dem verringerten Volumen angepasst werden. Deshalb werde erwartet, dass das Unternehmen noch in diesem Monat eine vierstellige Zahl der Beschäftigten freistelle, berichtete das Blatt.

Um Kündigungen handele es sich noch nicht. Diese könnten erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens ausgesprochen werden. Die Betroffenen würden wie die Weiterbeschäftigten bis Jahresende Insolvenzausfallgeld erhalten, schrieb das Blatt. "Derzeit stehen alle Strukturen auf dem Prüfstand", wurde eine Sprecherin des vorläufigen Insolvenzverwalters Martin Prager zitiert.

Prager will sich morgen mit Vertretern der Länder Nordrhein-Westfalen und Bayern, der Siemens AG, der Bundesagentur für Arbeit und der IG Metall treffen. Dabei soll es auch um die Einrichtung einer Auffanggesellschaft für Beschäftigte gehen, die bei der anstehenden Umstrukturierung ihren Arbeitsplatz verlieren.

"Im Rahmen der angestrebten Auffanglösung soll den von der Insolvenz und der notwendigen Restrukturierung des Unternehmens betroffenen Mitarbeitern eine Zukunftsperspektive geboten werden", erklärte Prager. Er folge damit einer Anregung der Siemens AG.

Unterdessen hat die Bewerbungsstelle, die sich bei Siemens   für die von der Arbeitslosigkeit bedrohten BenQ-Mitarbeiter kümmern soll, ihre Arbeit aufgenommen. Hier sollen die Profile der Beschäftigten von BenQ und der 2000 offenen Stellen bei Siemens abgeglichen werden, wie der Konzern in München mitteilte. "Wir haben alle technischen, personellen und organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, um diesen Mitarbeitern möglichst unbürokratisch und schnell zu helfen", erklärte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld.

Der Elektronikkonzern BenQ in Taiwan hatte die Zahlungen an seine deutsche Handy-Tochter BenQ Mobile mit 3000 Beschäftigten Ende September eingestellt. Das Insolvenzgeld läuft zum Jahresende aus.

Um Investoren zur Rettung des Unternehmens zu finden, muss Prager die Struktur verschlanken. Siemens hat 35 Millionen Euro als Hilfsfonds für die betroffenen Mitarbeiter seiner ehemaligen Handysparte zugesagt. Gewerkschafter hoffen auf gut 200 Millionen Euro für die Auffanggesellschaft.

mik/AP/AFP