BenQ-Insolvenz: Investoren blitzen ab - DER SPIEGEL
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BenQ-Insolvenz Investoren blitzen ab

Nach der Präsentation machte sich Ernüchterung breit. Keiner der beiden Interessenten hat den Gläubiger-Rat des insolventen Handyproduzenten BenQ Mobile überzeugen können. Eine Lösung rückt in weite Ferne.
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München - Nach eingehenden Beratungen lehnte das Gläubigergremium die Übernahmevorschläge der beiden Investorengruppen zunächst ab. "Aus Sicht des Gläubigerausschusses braucht es ein glaubwürdiges Fortführungskonzept, ein angemessenes Kaufpreisangebot sowie konkrete Nachweise für eine sichergestellte Finanzierung", ließ Insolvenzverwalter Martin Prager nach der Sitzung mitteilen. Bisher habe keiner der beiden Interessenten, die sich auch bereits öffentlich zu Wort gemeldet hatten, damit aufwarten können.

Bisher haben eine deutsch-amerikanische Investorengruppe um den Manager Hansjörg Beha von SF Capital Partners und die US-Biometriefirma Sentex Sensing Technologies ihr Interesse an der ehemaligen Siemens-Handysparte bekundet. Prager wies allerdings darauf hin, dass es noch weitere Interessenten für eine Übernahme von BenQ Mobile gebe. Diese legten jedoch Wert auf Diskretion, entsprechend vertraulich behandele man die Gespräche, hieß es.

Bereits im Vorfeld hatte sich BenQ-Gesamtbetriebsratschef Michael Leucker verhalten über Sentex geäußert. "Ich bin da sehr skeptisch. Von denen hat noch niemand mit uns gesprochen und wir haben auch kein Konzept vorliegen", sagte Leucker der "Netzeitung". Er erklärte, er setze mehr auf die deutsch-amerikanische Investorengruppe. "Wir hoffen, dass die Gruppe um Beha die Finanzierung noch hinkriegt", sagte der Betriebsratschef.

Das deutsch-amerikanische Konsortium will nach Medienberichten 800 Jobs garantieren. Der Sprecher der IG Metall, Wolfgang Nettelstroth, sagte der "Rheinischen Post", das Konsortium um Beha wolle an den Standorten in München und Kamp-Lintfort Handys im Hochpreissegment produzieren. Entsprechende Pläne lägen vor. IG Metall-Sprecher Matthias Jena forderte, es müsse noch im Januar eine Entscheidung über die Fortführung von BenQ geben. "Mit jedem Tag, der ins Land geht, wird eine Fortführung schwieriger", sagte Jena.

Ein Gespräch im Düsseldorfer Wirtschaftsministerium über das Angebot der deutsch-amerikanischen Investorengruppe war gestern erfolglos geblieben. Wie die "Rheinische Post" berichtete, zeigten sich die Interessenten enttäuscht darüber, dass das Land Nordrhein-Westfalen maximal ein Kreditvolumen von 25 Millionen Euro gewähren und für 80 Prozent davon bürgen könne. Die Investorengruppe habe aber ein Vielfaches dieses Betrages erwartet.

Wie Sentex fordern auch die deutsch-amerikanischen Investoren öffentliche Fördermittel in Millionenhöhe als Voraussetzung für ihren Einstieg. Wie aus Verhandlungskreisen verlautete, gehört zu den Bedingungen der Investoren auch die kostenlose Beschäftigung von 800 ehemaligen BenQ-Mitarbeitern, die in eine Qualifizierungsgesellschaft gewechselt sind. Außerdem forderten die Investoren den Angaben zufolge, die Namensrechte der insolventen Handyfirma in den USA weiternutzen zu können.

mik/AP/Reuters