BenQ Mobile: Harte Einschnitte für 1900 Beschäftigte - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

BenQ Mobile Harte Einschnitte für 1900 Beschäftigte

Die Insolvenz des Handy-Herstellers BenQ Mobile trifft mehr als 1900 Beschäftigte. Rund zwei Drittel der deutschlandweit 3000 Mitarbeiter gehen in sogenannte Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen - dabei soll es sich aber nicht um Kündigungen oder Freistellungen handeln.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Die Arbeitsverträge blieben erhalten, hieß es. Dabei handele es sich weder um Entlassungen noch um Kündigungen oder Freistellungen, teilte das Unternehmen mit.

Die Mitarbeiter würden allerdings von ihrer Anwesenheitspflicht entbunden, sagte ein Sprecher. Dies sei eine Folge der "veränderten Auftragslage". Der Insolvenzverwalter Martin Prager wollte sich am Nachmittag ausführlich zur Lage des Unternehmens äußern. Die ehemalige Siemens-Handy-Sparte war an BenQ verkauft worden und hatte vor rund drei Wochen Insolvenz angemeldet. Betroffen von der Insolvenz sind neben der Zentrale in München auch die nordrhein-westfälischen Standorte Kamp-Lintfort und Bocholt.

Der Insolvenzverwalter will das Unternehmen nach Angaben der IG Metall zunächst nur mit einem Drittel der bisherigen Belegschaft fortführen. Dies habe Insolvenzverwalter Martin Prager heute mitgeteilt, erklärte die Gewerkschaft.

Die ehemalige Konzernmutter Siemens dürfe angesichts dieser Entwicklung nicht aus der Verantwortung entlassen werden. Siemens müsse "endlich verlässlich zu Lösungen für alle Beschäftigten beitragen", sagte der zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Berthold Huber. Der nordrhein-westfälische IG-Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel forderte, Siemens müsse noch in dieser Woche ein 200 Millionen Euro umfassendes Nothilfeprogramm für die BenQ-Beschäftigten auflegen.

tim/dpa/Reuters