BenQ Mobile: Lösung noch vor Weihnachten - DER SPIEGEL
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BenQ Mobile Lösung noch vor Weihnachten

Noch vor Weihnachten will Insolvenzverwalter Martin Prager einen Investor für den insolventen Handyhersteller BenQ Mobile gefunden haben. Für BenQ-Mobile-Chef Clemens Joos ist der Job dagegen bereits erledigt.
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München - Joos habe seinen Rücktritt mit sofortiger Wirkung eingereicht, bestätigte ein Sprecher des Unternehmens heute in München. Der Schritt erfolge aus persönlichen Gründen, nachdem die Transfergesellschaften für die betroffenen Mitarbeiter gegründet und die Investorengespräche angelaufen seien.

Das Ruder habe ohnehin der Insolvenzverwalter in der Hand, sagte ein Sprecher. Doch habe sich Joos in den entscheidenden ersten Wochen nach dem Insolvenzantrag nicht aus der Verantwortung stehlen wollen. Er bleibe auch nach seinem Rücktritt im Unternehmen.

Joos war nach der Übernahme der Siemens-Handysparte durch den taiwanesischen Konzern BenQ vor gut einem Jahr Chef des Mobilfunkgeschäfts geworden. Seit dem Insolvenzantrag haben mehrere aktive und frühere Mitarbeiter Strafanzeige gegen die Geschäftsführung gestellt. Sie werfen dem Management Insolvenzverschleppung vor. Die Staatsanwaltschaft werde aber zunächst den Verlauf des Verfahrens abwarten. Ein BenQ-Mobile-Sprecher sagte, es habe bisher keine Vernehmungen oder Durchsuchungen gegeben. Dies werte man als Indiz dafür, dass die Staatsanwaltschaft keinen konkreten Verdacht habe.

Unterdessen befinden sich die Verhandlungen für eine Rettung wesentlicher Teile des insolventen Handyherstellers in einer heißen Phase. Eine Sprecherin des Insolvenzverwalters Martin Prager sagte heute, sie hoffe auf eine Lösung noch vor Weihnachten. Ziel sei der Erhalt des in den vergangenen Wochen auf die Kernbereiche geschrumpften Unternehmens als Ganzes. "Es gibt konkrete Verhandlungen nicht nur mit einem Interessenten", erklärte die Sprecherin. Allerdings dränge die Zeit: "Wir brauchen eine Entscheidung bis Ende des Jahres." Andernfalls müsse das Insolvenzverfahren förmlich eröffnet werden.

Der Insolvenzverwalter hatte vor einem Monat rund 1950 der gut 3000 BenQ-Mitarbeiter bei Weiterzahlung des Insolvenzgeldes freigestellt. In den Bereichen Fertigung und Verwaltung mussten dabei drei Viertel aller Beschäftigten ihre Arbeitsplätze räumen.

Für die freigestellten Mitarbeiter verständigten sich vergangene Woche Siemens und die IG Metall auf eine Beschäftigungsgesellschaft für die Dauer eines Jahres. Siemens sicherte die Finanzierung mit zusätzlichen Geldern zu.

Ein BenQ-Sprecher erklärte, dass für das Restunternehmen mit dem Schwerpunkt Entwicklung eine baldige Lösung zu erwarten sei. Die Gespräche mit Investoren befänden sich "in einer entscheidenden Phase".

mik/AFP/AP/ddp