BenQ-Mobile-Pleite: Management im Visier der Staatsanwaltschaft - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

BenQ-Mobile-Pleite Management im Visier der Staatsanwaltschaft

Die Pleite des Handy-Herstellers BenQ Mobile beschäftigt nun auch die Staatsanwälte in München. Hintergrund der Ermittlungen sind Vorwürfe, das Management des Handy-Herstellers habe bereits Wochen vor der Insolvenz von gravierenden Finanzproblemen gewusst, aber geschwiegen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - "Wir haben Ermittlungen aufgenommen", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe). Es gehe um den Verdacht der verspäteten Insolvenzantragstellung und verschiedener Bankrottdelikte der ehemaligen Siemens-Handysparte. Die Staatsanwaltschaft habe mit dem
Insolvenzverwalter Martin Prager bereits Kontakt aufgenommen.

Während Prager und BenQ Mobile sich heute nicht zu den
Ermittlungen äußern wollten, reagierten Arbeitnehmervertreter mit harter Kritik auf die neuen Vorwürfe gegen das BenQ-Management. "Wenn sich der Verdacht bestätigt, hat das Management die Beschäftigten über Wochen hinterhältig getäuscht", sagte Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer der Zeitung. Der Gesamtbetriebsrat von BenQ Mobile,
Josef Michael Leuker, hält eine weitere Zusammenarbeit auch bei einem Fortführungsmodell für kaum möglich, sollte Vorstandschef Clemens Joos tatsächlich vor der Insolvenz Ende September von der dramatischen finanziellen Situation des Unternehmens gewusst haben.

BenQ Mobile hatte den Insolvenzantrag gestellt, nachdem die
taiwanesische Mutter BenQ Corp. dem Unternehmen den Geldhahn zugedreht hatte. Zwei Drittel der rund 3.000 Beschäftigten in Deutschland haben dadurch ihre Jobs verloren.

kai/dpa/ddp