Benzin: Die nächste Preisrunde - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Benzin Die nächste Preisrunde

Die Angst vor einem Irak-Krieg und vor neuen Terror-Anschlägen macht sich nun auch an der Zapfsäule bemerkbar. Nach dem Shell-Konzern haben alle großen Mineralölkonzerne ihre Benzinpreise erhöht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Sprecher der Konzernzentralen von Esso, Aral, BP und TotalFinaElf bestätigten die Preiserhöhungen am Dienstag auf Anfrage. Shell/DEA hatte bereits am Montag angekündigt, wieder an der Preisschraube zu drehen.

Im Bundesdurchschnitt wird Benzin und Diesel damit für die Autofahrer rund drei Cent teurer. Im Mittel muss nun für einen Liter Normalbenzin 1,06 Euro gezahlt werden, ein Liter Diesel kostet im Schnitt 86 Cent.

"Die Preise fangen jetzt an, den Rohölpreisen zu folgen, aber immer noch mit angezogener Handbremse", sagte Shell-Sprecher Rainer Winzenried. Das für den europäischen Markt maßgebliche Brent-Öl aus der Nordsee kostete am Dienstag pro Barrel (159 Liter) in London mehr als 29 Dollar. Damit ist Rohöl derzeit so teuer wie seit rund einem Jahr nicht mehr. In New York stieg der Preis für US-Öl am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg sogar über die Marke von 30 Dollar. "Wenn denn die Amerikaner tatsächlich den Irak angreifen, sind sogar 35 bis 40 Dollar möglich", zitiert Bloomberg einen Analysten.

Die OPEC-Erdölminister treffen sich am 19. September im japanischen Osaka, um über Fördermengen und Preise zu beraten. Während große Mitgliedsländer wie Saudi-Arabien angeblich den Ölhahn weiter öffnen wollen, sind die meisten OPEC-Staaten mit dem aktuellen Preisniveau zufrieden und wollen die aktuelle Fördermenge von 21,7 Millionen Barrel am Tag nicht antasten.

Von der weltwirtschaftlichen Lage her gibt es nach Expertenmeinung keinen Grund für den jetzigen Stand des Erdölpreises. Die Lagerbestände seien hoch und die Ölproduktion liege durchschnittlich im oberen Bereich, sagt beispielsweise Jens-Uwe Wächter von der Deutschen Bank. Zudem sei das Angebot seit geraumer Zeit konstant.