Benzin-Effekt Preise laufen wieder davon
Wiesbaden - Das Statistische Bundesamt berichtete, der Verbraucherpreisindex im August sei nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem gleichen Monat 2003 um 2,0 Prozent angestiegen. Im Juli lag der Anstieg gegenüber Juli 2003 noch bei 1,8 Prozent. Damit hat sich der Preisauftrieb unerwartet beschleunigt. Zuletzt hatte die Steigerungsrate im Mai bei 2,0 Prozent gelegen.
Vom Juli auf den August 2004 stiegen die Preise insgesamt im Schnitt um 0,2 Prozent. Das Rekordhoch beim Ölpreis schlage sich auch bei Heizöl- und Kraftstoffpreisen nieder, hieß es. So habe gegenüber dem Vormonat der Preisanstieg bei Heizöl 8,6 Prozent und bei Kraftstoffen 2,4 Prozent betragen. "Vor allem Dieselkraftstoff wurde mit plus 4,9 Prozent überdurchschnittlich teurer."
Saisongemüse deutlich billiger
Zuvor hatten schon mehrere statistische Landesämter ihre Zahlen gemeldet. Aus den Daten für Bayern ergibt sich zum Beispiel, dass sich bei der Gesundheitspflege weiterhin die Praxisgebühr bemerkbar machte. Hier lagen die Preise um fast 21 Prozent über dem Vorjahresniveau, blieben aber im Monatsvergleich mit plus 0,1 Prozent Zuwachs nahezu gleich.
Die Preise für Pauschalreisen stiegen in Bayern zwar saisonal bedingt im Vergleich zum Juli um 5,3 Prozent, gaben aber im Jahresvergleich um 0,9 Prozent nach. Umgekehrt war es bei saisonabhängigen Nahrungsmitteln wie Obst, Gemüse oder Kartoffeln, die gegenüber Juli um 5,8 Prozent billiger wurden, im Jahresvergleich mussten die Verbraucher aber 1,8 Prozent mehr zahlen.
Die bundesweite Inflationsrate liegt nur knapp unter dem Durchschnitt der Eurozone, der im Juli 2,3 Prozent betrug - nach 2,4 Prozent im Juni. Die Europäische Zentralbank (EZB) definiert Preisstabilität als eine Teuerung von knapp unter zwei Prozent. Die Notenbank hatte jedoch angekündigt, dass dieses Ziel bis in das Jahr 2005 hinein verfehlt würde, mittelfristig aber wieder erreicht werden könne. Von einer Erhöhung der Leitzinsen zur Inflationsbekämpfung sah die EZB daher bislang ab.