Benzinpreise Rekordmarke angepeilt
Hamburg - Die deutsche Ölwirtschaft führte am Montag den Preisanstieg auf die Opec-Konferenz Mitte Januar zurück, als das Kartell eine Förderkürzung von 1,5 Millionen Barrel pro Tag festsetzte. Dadurch hätten sich die Rohölpreise und die Preise für Benzin wieder deutlich erhöht. Zudem sei auch der Euro wieder schwächer geworden. Diese Marktentwicklung entsprach nicht den Erwartungen der Experten.
Bei Diesel verläuft der Trend genau entgegengesetzt. Zu Beginn des Winters noch war Diesel sehr teuer, weil die Lager leer waren und die Märkte mit Knappheit rechneten. Nach dem Winter und vor der Urlaubszeit verbrauchen die Industrieländer am wenigsten Heizöl und Diesel, was technisch das gleiche ist. Die Folge: An der Zapfsäule ist der Liter etwa drei Pfennig billiger zu haben als zu Jahresbeginn.
"Ein bisschen irrational ist das alles schon", sagt Detlef Brandenburg von Aral. Die Märkte würden überwiegend von Erwartungen getrieben. Alle Welt erwarte, dass der Ölpreis zurückgehe, weil sich die US-Konjunktur abschwächt. Tatsächlich aber kletterte seit Jahresbeginn der Preis für ein Barrel Rohöl von 22 auf über 30 Dollar, ehe er wieder auf rund 26 Dollar in der vergangenen Woche zurückfiel. Eine Tonne Benzin verteuerte sich in dieser Zeit am Rotterdamer Markt von 451 Mark auf 580 Mark.
"Damit ist der Wareneinstand mit Steuern um zwölf Pfennig je Liter teurer geworden; das entspricht genau der Preissteigerung", erklärt Brandenburg. Die Autofahrer müssen jetzt 2,04 Mark für den Liter Normalbenzin, 2,08 Mark für Super und 1,65 Mark für Diesel ausgeben.
Ob der Preisanstieg sich in der nächsten Zeit abbremsen wird, will keiner der Experten versprechen. Karl-Heinz Schult-Bornemann von ExxonMobil erklärte: "In den jetzigen Preisen ist noch nicht einmal die Erhöhung der Mineralölsteuer vom Jahresanfang enthalten".