Benzinpreise: Tiefensee ruft Autofahrer zum Widerstand auf - DER SPIEGEL
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Benzinpreise Tiefensee ruft Autofahrer zum Widerstand auf

So manchem Urlauber wird die Ferienstimmung schon an der ersten Tankstelle verhagelt: Der Benzinpreis hat neue Rekordwerte erlangt - und das sei reine Preistreiberei, schimpft Verkehrsminister Tiefensee. Er ruft Autofahrer deshalb zum Widerstand gegen die Ölkonzerne auf.
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Berlin - "Autofahren in Deutschland muss bezahlbar bleiben - dafür tragen die Ölkonzerne die Verantwortung mit", erklärte Tiefensee in der "Bild"-Zeitung. Autofahrer sollten "sich das Abkassieren an der Zapfsäule nicht gefallen lassen", fordert der SPD-Minister deshalb- und fordert die Autofahrer zum Widerstand auf. "Wer da tankt, wo der Liter Benzin ein oder zwei Cent billiger ist, durchkreuzt die Preistreiberei", sagte er.

"Die Preisrunde der vergangenen Woche Woche mit rund vier Cent ist nicht mit dem Anstieg der Ölpreise zu erklären", schimpft Tiefensee außerdem. "Es ist doch immer das gleiche Spiel. Pünktlich zur Reisezeit, egal ob Sommerferien, Weihnachten oder Ostern drehen sie an der Preisschraube." Er könne absolut verstehen, wenn die Bürger darüber "stocksauer" seien. Selbst sei er allerdings gegen die Politik der Ölmultis machtlos, gesteht der Verkehrsminister ein. "Die Politik kann die Preise nicht regulieren - und solange keine illegalen Absprachen der Konzerne nachweisbar sind, können wir nicht eingreifen."

Die Benzinpreise waren gestern auf ein neues Jahreshoch gestiegen. Nach Angaben des Autoclubs ADAC müssen an deutschen Tankstellen für den Liter Super derzeit im Schnitt 1,33 Euro und für Diesel 1,14 Euro gezahlt werden. Tiefensee ist nicht der einzige Politker, der sich über die rasant in die Höhe schnellenden Tankpreise gehörig ärgert. Bereits gestern erklärte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller (SPD) das Verhalten der Ölkonzerne zu einer "Schweinerei". "Das ist ein eingespielter Mechanismus", sagte Müller der "Berliner Zeitung". Auch er vermutet, die anstehende Reisewelle sei ausschlaggebender Faktor für den Preisschub. "Der kommt zum Jahresende, der kommt zu Ostern, und der kommt zur Ferienzeit."

Die Ölkonzerne begründen ihr Vorgehen mit dem rasant ansteigenden Ölpreis. Der erreichte gestern einen neuen Rekordwert: Nach dem unerwarteten Rückgang der US-Benzinreserven kostete das Fass (159 Liter) Nordsee-Öl Brent fast 70 Dollar. Für ein Barrel US-Leichtöl mussten rund 69 Dollar gezahlt werden und damit nur knapp zwei Dollar weniger als im August 2005, als der Hurrikan "Katrina" die Golfküste der USA heimgesucht und die Öl- und Benzinversorgung der weltgrößten Volkswirtschaft unterbrochen hatte. Neben der eingeschränkten Ölförderung in Nigeria gilt der Streit um das Atomprogramm des Iran als Hauptursache für den Anstieg des Preises.

ase/AFP/ddp/Reuters