Benzinpreise: Total-Chef sieht sich nicht als Wucherer - DER SPIEGEL
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Benzinpreise Total-Chef sieht sich nicht als Wucherer

Schnell haben Wahlkämpfer von SPD, Grünen und Union die Schuldigen für die hohen Benzinpreise gefunden: Die Mineralölkonzerne. Der Geschäftsführer von Total Deutschland, Thierry Pflimlin will diesen Vorwurf jedoch nicht auf sich sitzen lassen.
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Berlin - "Wir können uns dem Weltmarkt nicht entziehen", sagte er in einem heute in einer Teilauflage der "Bild"-Zeitung veröffentlichten Interview. Durch den Hurrikan "Katrina" seien auch in der Ölwirtschaft große Schäden entstanden. "Das treibt unsere Einkaufspreise für Öl und Benzin in die Höhe. Wir müssen die Kosten weitergeben, weil wir keinen Puffer haben, um das aufzufangen." Außerdem seien die Gewinne der Konzerne nicht groß, der Löwenanteil am Profit entfalle auf die Staatskonzerne der Förderländer.

Im Fernsehduell mit Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder den Mineralölkonzernen gestern Abend vorgeworfen, durch ihre hohe Gewinnspanne beim Benzin unverantwortlich zu handeln. Merkel stimmte dieser Einschätzung zu.

Die Öl- und Benzinpreise waren nach dem Hurrikan "Katrina" in den USA sprunghaft gestiegen. Am Freitag hatten die Benzinpreise in Deutschland nach Preiserhöhungen um zusammen 18 Cent binnen drei Tagen einen Rekordstand erreicht. Nach der Bekanntgabe einer konzertierten Aktion zur Freigabe nationaler Ölreserven sank der Rohölpreis deutlich, an den Tankstellen gaben seither die Preise geringfügig nach.