Beraterverträge: Gerster schon wieder in der Defensive - DER SPIEGEL
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Beraterverträge Gerster schon wieder in der Defensive

Trotz der Kritik an früheren Aufträgen soll Florian Gerster einen weiteren Millionen-Vertrag mit Unternehmensberatern abgeschlossen haben, dieses Mal mit Roland Berger. Laut Medienberichten geht es um 2,5 Millionen Euro.
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Frankfurt am Main - Dieser Vertrag laufe seit Montag dieser Woche und stehe im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Arbeitslosengeldes II, berichtet die "Saarbrücker Zeitung". Dem Blatt zufolge gibt es zudem fünf weitere Verträge mit Berger, die sich seit Anfang September 2002 auf knapp zehn Millionen Euro summierten. Auch dabei gehe es um Beratungsdienstleistungen im Zusammenhang mit der Umsetzung des Hartz-Konzepts.

Fünf der BA-Verträge hätten eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2004. Nach anderen Medienberichten liegt eine Aufstellung über den Vertrag auch dem Bundeswirtschaftsministerium vor. Eine Stellungnahme der Bundesagentur oder Bergers war zunächst nicht erhältlich.

Erst vergangenen Mittwoch hatte Gerster vor dem Wirtschaftsausschuss des Bundestages in der Affäre wegen des Beratervertrages mit der PR-Firma WMP Fehler eingeräumt. Der Vertrag über 1,3 Millionen Euro war ohne Ausschreibung vom Behördenvorstand vergeben worden. Nach Bekanntwerden waren zahlreiche Rufe nach Gersters Rücktritt laut geworden.

Bei der Opposition stießen die durch einen Anfrage des CDU-Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster von der Bundesregierung bekannt gegebenen Verträge mit Berger auf heftige Kritik. Der FDP-Abgeordnete Dirk Niebel sagte der "Saarbrücker Zeitung", es sei "problematisch, wenn jemand Beratung vornimmt für ein Konzept, das er selbst mit erarbeitet hat".

Berger war in der Hartz-Kommission "Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" vertreten. Der CDU-Abgeordnete Kaster verlangte Gersters Rücktritt. Er sei der teuerste Fehlgriff von Bundeskanzler Gerhard Schröder und habe offenbar kein Gefühl mehr für den Umgang mit dem Geld der Beitragszahler.