Bergbau: Gewerkschaft sieht 10.000 Jobs bedroht - DER SPIEGEL
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Bergbau Gewerkschaft sieht 10.000 Jobs bedroht

Der Kohleförderung im Saarland droht der Dauerstopp, 10.000 Kumpeln in der Region die Arbeitslosigkeit. Ministerpräsident Peter Müller sagt, ein Bergbau, der zur Gefährdung von Leib und Leben der Betroffenen führt, sei nicht zu verantworten.
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Saarbrücken - Die Aussichten könnten düsterer kaum sein: Die Kohleförderung im Saarland könnte nach Meinung vieler für immer eingestellt werden. Einer ganzen Branche droht die Massenarbeitslosigkeit.

Direkt wären vom Ende der Kohleförderung rund 5000 Beschäftigte bei der RAG betroffen. Es könnten jedoch noch weit mehr werden, befürchtet die Gewerkschaft der Bergleute. Denn im Ernstfall wären nicht allein die Arbeitsplätze in den Bergwerken selbst betroffen, sondern auch rund 7400 bei Zulieferbetrieben und bei Dienstleistern.

Sogar der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) vermeidet sorgfältig jede Äußerung, die zu falschen Hoffnungen führen könnte. "Wir müssen davon ausgehen, dass der Abbaustopp dauerhaft bestehen bleibt", sagt Müller. Ein Bergbau, der zur Gefährdung von Leib und Leben der Betroffenen führt, sei nicht mehr zu verantworten. Er sehe keine Perspektive.

IG BCE-Bezirksleiter Dietmar Geuskens appelliert hingegen an die Politik, keinen Bergmann "ins Bergfreie fallen zu lassen". Endgültige Entscheidungen über die Zukunft des Saar-Bergbaus dürften erst getroffen werden, wenn die endgültigen Untersuchungsergebnisse zu dem Unglück am Samstag vorlägen. Geuskens appellierte an die RAG Deutsche Steinkohle, "den Bergbaugeschädigten jede erdenkliche Hilfestellung" zu gewähren. Die Schäden müssten "schnell und unbürokratisch reguliert werden".

Energieknappheit wird es wegen des Ausfalls der Kohleförderung offenbar nicht geben: Zwei bis vier Wochen reiche die Halde des Kraftwerks, sagte ein Sprecher der RWE- Power-AG. Für zusätzlich etwa zwei Monate habe die RAG-DSK Kohlevorräte, ergänzte ein Sprecher.

Das Saarland war am Samstag von dem bisher stärksten Grubenbeben mit einer Stärke von 4,0 erschüttert worden, viele Gebäude wurden beschädigt. Die RAG Deutsche Steinkohle, Betreiberin des Bergwerks Saar, verfügte daraufhin einen kompletten Abbaustopp und die vorläufige Freistellung fast aller 3600 Bergleute.

Der Steinkohle-Bergbau ist in Deutschland ohnehin hoch subventioniert und soll bis 2018 komplett auslaufen. Grünen-Parteichefin Claudia Roth nannte die Hilfen von etwa 75.000 Euro pro Arbeitsplatz einen Beweis dafür, dass es Möglichkeiten für eine sozialverträgliche Beendigung des Steinkohlebergbaus gebe.

ssu/mik/AP/dpa/Reuters