Berlin: Busfahrer streiken ab Mitternacht - DER SPIEGEL
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Berlin Busfahrer streiken ab Mitternacht

Neue Streiks im Nahverkehr: In Berlin stehen laut Ver.di ab Mitternacht die Busse still - unbefristet. Als Grund nennt die Dienstleistergewerkschaft ein fehlendes neues Tarif-Angebot der Arbeitgeber. Die Berliner Verkehrsbetriebe rechnen für morgen mit Chaos.
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Berlin - Zähe Tarif-Verhandlungen - zähfließender Verkehr. Auf diese Formel lässt sich der Streit zwischen der Dienstleistergewerkschaft Ver.di und den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) reduzieren. Noch immer haben die Parteien sich nicht auf einen neuen Vertrag geeinigt - erneut wird deshalb gestreikt.

Betroffen sind diesmal Berlins Busse. Davon verkehren täglich 1100 Stück. Laut BVG befördern diese täglich mehr als eine Million Menschen. Morgen dürften sich viele Fahrgäste auf chaotische Bedingungen einstellen: "Die kurze Ankündigungsfrist trifft uns besonders hart", sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Ein Notfahrplan könne erst ab Donnerstag umgesetzt werden.

Ver.di-Verhandlungsführer Frank Bäsler erklärte, die Gewerkschaft sei zu Verhandlungen mit der BVG über einen Notfahrplan bereit. Als Grund für den Ausstand nannte er ein fehlendes Angebot der Arbeitgeber im aktuellen Tarifstreit. Beide Seiten wollen nun schnell einen neuen Gesprächstermin finden.

Die Ver.di-Tarifkommission hatte die Verhandlungen mit der BVG vor einer Woche für gescheitert erklärt. Seitdem streiken die Beschäftigten in den Werkstätten von Bus, U- und Straßenbahn sowie in Servicebereichen wie Betankung und Reinigung.

Anfang März hatte es bereits einen Streik bei der BVG gegeben. Der Knackpunkt bei den Verhandlungen ist die Bezahlung von Alt- und Neubeschäftigten. Die Dienstleistungsgewerkschaft fordert für alle der rund 12.000 Mitarbeiter bis zu zwölf Prozent mehr Geld. Der Kommunale Arbeitgeberverband Berlin (KAV) bietet sechs Prozent mehr Lohn - allerdings nur für die seit 2005 neu eingestellten Mitarbeiter. Wer schon länger für den BVG arbeitet, soll nur weitgehend leer ausgehen.

In Berlin stehen ab Mittwoch nicht nur die Busse still: Morgen beginnt auch der Streik im öffentlichen Dienst des Landes. Den Anfang machen die Polizeigewerkschaften, die unter anderem ihre Mitglieder an den Botschaften abziehen wollen.

Auch die ausländischen Botschaften bekommen die aktuellen Tarifkonflikte in der Hauptstadt zu spüren. Rund 400 Angestellte des Zentralen Objektschutzes sowie der Gefangenenüberwachung treten nach Angaben der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) am Mittwoch in den Ausstand. Für den zentralen Objektschutz muss der Polizeipräsident dann laut DPolG Polizeibeamte einsetzen.

Bürgerämter oder Kindertagestätten werden Verdi zufolge zunächst noch nicht bestreikt.

ssu/AFP