Berliner Bankenaffäre: Landowsky wartet auf sein Urteil - DER SPIEGEL
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Berliner Bankenaffäre Landowsky wartet auf sein Urteil

Knapp 20 Monate nach Beginn des wichtigsten Prozesses um die Berliner Bankenaffäre wird morgen das Urteil erwartet. In dem spektakulären Wirtschaftsstrafverfahren hat die Staatsanwaltschaft drei Jahre Haft für den damaligen Berlin-Hyp-Chef Klaus Landowsky gefordert.
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Berlin - Vor dem Berliner Landgericht müssen sich neben dem früheren CDU-Fraktionschef zwölf weitere ehemalige Manager der Berlin Hyp, einer Tochter der damaligen Bankgesellschaft Berlin, verantworten. Für neun Angeklagte hat die Staatsanwaltschaft wegen schwerer Untreue Gefängnisstrafen bis zu vier Jahren beantragt, für die weiteren Ex-Manager Bewährungsstrafen. Alle Verteidiger plädierten auf Freispruch.

Hintergrund des Prozesses sind umstrittene Kredite für die Berliner Immobiliengruppe Aubis. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagten Mitte der neunziger Jahre bei der Bewilligung der Aubis-Kredite in Höhe von insgesamt rund 235 Millionen Euro für Kauf und Modernisierung von Plattenbauten in Ostdeutschland bewusst gegen gesetzliche Vorschriften verstießen und dadurch Vermögen der Bank Berlin Hyp gefährdeten. Die Gelder seien ohne ausreichende Risiko- und Bonitätsprüfung geflossen.

Erfolg im Zivilprozess

Die ehemaligen Berlin-Hyp-Manager hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. "Zum Zeitpunkt der Kreditvergabe waren wir überzeugt, dass Aubis die Sache stemmt", erklärte Landowsky. Die Pleite sei nicht vorhersehbar gewesen. Die Staatsanwaltschaft habe klare Tatsachen ins Gegenteil umgekehrt.

Zudem sei es durch das Aubis-Geschäft weder zu einem Schaden noch zu einer vorgeworfenen Vermögensgefährdung gekommen. In einem Zivilverfahren vor dem Berliner Kammergericht konnte sich Landowsky im März 2005 durchsetzen. Die Zivilrichter wiesen eine Schadenersatzklage der Bank gegen ihn ab. Aus damaliger Sicht hätten die Vorstände Entscheidungen getroffen, die in ihrem unternehmerischen Ermessen gelegen hätten, hieß es zu Begründung.

Die umstrittenen Kredite und eine zeitnahe Barspende der beiden Aubis-Geschäftsführer und langjährigen Berliner CDU-Politiker an ihre Partei hatten im Jahre 2001 die Bankenkrise ausgelöst und zum Bruch der Berliner CDU/SPD-Koalition geführt. Die Aubis-Kredite hätten allerdings mit den Milliardenverlusten der Berliner Bankgesellschaft nicht das Geringste zu tun, erklärte einer der Landowsky-Verteidiger.

Die weitgehend landeseigene Bankgesellschaft war Anfang des Jahrzehnts wegen hoher Defizite im Immobiliengeschäft in eine existenzbedrohliche Krise geraten und konnte erst durch eine Milliarden-Kapitalspritze des Landes gerettet werden.

mik/dpa/Reuters