Bertelsmann: Börsengang wird möglich - DER SPIEGEL
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Bertelsmann Börsengang wird möglich

Bertelsmann gibt 25,1 Prozent der Firmenanteile an eine belgisch-kanadische Finanzgruppe ab. Im Gegenzug erhält der Medienkonzern die Beherrschung von RTL.
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Gütersloh - Die belgisch-kanadische Finanzgruppe Groupe Bruxelles Lambert (GBL) tauscht die Bertelsmann-Anteile gegen 30 Prozent an der RTL Group.

GBL erhält 25 Prozent mit Stimmrecht und 0,1 Prozent ohne. Damit ist eine Sperrminorität ausgeschlossen. Die Finanzgruppe werde im Bertelsmann-Aufsichtsrat mit zwei Sitzen vertreten sein. Außerdem hätten die Investoren das Recht, ihre Bertelsmann-Anteile in drei bis vier Jahren ganz oder in Teilen an die Börse zu bringen, erklärte Bertelsmann weiter. Die Vereinbarung stehe noch unter dem Vorbehalt, dass die Aufsichtsgremien von Bertelsmann und GBL sowie die Kartellbehörden zustimmen.

Mit dem Austausch der Beteiligungen wird Bertelsmann der beherrschende Aktionär der RTL Group, an der das Unternehmen gemeinsam mit der WAZ-Gruppe bereits 37 Prozent im Verhältnis 80 Prozent Bertelsmann und 20 Prozent WAZ hielt. Die GBL-Anteile erwirbt die Bertelsmann AG ohne Beteiligung der WAZ. Ein weiterer Gesellschafter der RTL Group ist die britische Pearson TV mit 22 Prozent. GBL, CLT-UFA und Pearson hatten im April 2000 die Fusion vereinbart. In Deutschland gehören zum Portfolio Europas größter Werbeträger RTL sowie Vox und Beteiligungen an Super RTL und RTL 2.

Der Einstieg der Finanzgruppe stellt einen Meilenstein in der Geschichte der Bertelsmann AG dar, die im Besitz der Bertelsmann Stiftung sowie der Familie von Reinhard Mohn ist. Mohn hatte bislang stets ausgeschlossen, dass die Holding jemals an die Börse gebracht würde. Nun hat der sich der 79-Jährige offenbar korrigiert.