Bertelsmann: Gespräche mit EMI bestätigt - DER SPIEGEL
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Bertelsmann Gespräche mit EMI bestätigt

Der Medienkonzern Bertelsmann wirbt um EMI. Durch eine Fusion des britischen Unternehmens mit der Bertelsmann-Tochter BMG würde der größte Musikkonzern der Welt entstehen.
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Gütersloh/London - Die Bertelsmann AG bestätigte am Freitag Gespräche mit dem EMI-Vorstand über einen "möglichen Zusammenschluss" der eigenen Musiktochter Bertelsmann Music Group (BMG) mit dem britischen Konkurrenten. Detaillierte Gespräche hätten jedoch nicht stattgefunden, der Ausgang sei offen. Die EMI-Aktie schoss am Freitag an der Londoner Börse um mehr als zehn Prozent in die Höhe.

Dem Gütersloher Medienriesen geht es dabei offensichtlich nicht um einen Kauf des Konkurrenten, sondern um eine Fusion der Musiksparten. In gleich lautenden Erklärungen von Bertelsmann und EMI hieß es, die vom Gütersloher Unternehmen vorgeschlagene Transaktion beinhalte kein Angebot für EMI.

Die "Financial Times Deutschland" berichtete in ihrer Freitagsausgabe unter Berufung auf Kreise des oberen Bertelsmann-Managements, ein Kauf der börsennotierten EMI stehe nicht zur Debatte. Vielmehr werde eine Ausgliederung der BMG erwogen, um das Musikgeschäft dann mit dem britischen Konzern zu fusionieren.

Das neue Unternehmen wäre mit einem Umsatz von rund 17 Milliarden Mark und einem Weltmarktanteil von rund 24 Prozent das größte seiner Branche. Bertelsmann fühle derzeit bei der EU-Kommission vor, ob die Zusammenlegung der Musikfirmen auf kartellrechtliche Bedenken stoße, berichtete die Zeitung. Ein Bertelsmann-Sprecher wollte dies weder bestätigen noch dementieren.

Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff hatte bereits im Frühjahr angekündigt, er wolle die BMG, derzeit nur an fünfter Stelle unter den großen Musikkonzernen, zum Weltmarktführer im Musikgeschäft machen. Erst vor kurzem hatten EMI und Warner Music, die Musik-Sparte des US-Medienkonzerns Time Warner, ihre Fusionspläne auf Eis gelegt.