Bertelsmann: Liz Mohn hat keine Angst vor Börsengang - DER SPIEGEL
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Bertelsmann Liz Mohn hat keine Angst vor Börsengang

Seit gestern kann der Bertelsmann-Investor GBL vom Medienkonzern einen Börsengang verlangen - die Eignerfamilie Mohn will dies angeblich durch einen Milliardenrückkauf verhindern. Im einem Interview stellt Sprecherin Liz Mohn klar: Die Familie werde in jedem Fall das Ruder in der Hand behalten.
Von Arno Balzer und Klaus Boldt
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Hamburg - Bertelsmann demonstriert Gelassenheit. In einem Interview mit dem manager magazin kommentiert Liz Mohn, Sprecherin der Eignerfamilie, die möglichen Börsenpläne ihres belgischen Minderheitsgesellschafters Albert Frère und seiner Groupe Bruxelles Lambert (GBL): "Bei Bertelsmann ist die Situation eher entspannt."

Die GBL kann seit gestern eine Option nutzen und ihre Bertelsmann-Anteile von 25,1 Prozent an die Börse bringen. Bereits Anfang dieses Jahres hatte Frère den Verkauf der GBL-Beteiligung angekündigt.

Seither wird in der Öffentlichkeit heftig darüber spekuliert, ob die Familie Mohn die Anteile, deren Wert auf bis zu fünf Milliarden Euro taxiert wird, selbst zurückkauft. Bislang hatte sich die Familie Mohn dazu noch nicht selbst geäußert. "Wir bereiten uns auf beide Varianten vor", so Liz Mohn.

Im Mittelpunkt ihrer Überlegungen stünde allein, dass die Stimmrechtsmehrheit gewährleistet bleibe: "Mein Mann, unsere Kinder und ich", erklärt Liz Mohn im manager magazin, "wir haben eine ganz klare Haltung, nämlich die, dass es für externe Investoren bei einer Grenze von maximal 25 Prozent bleibt. Das kann ein Aktionär sein, wie heute die GBL, das können aber auch tausende von Einzelaktionären sein."

Ob die Aktie des Gütersloher Medienkonzerns "an der Börse notiert ist oder nicht" sei dabei "von untergeordneter Bedeutung", sagt Mohn: Die Bertelsmann Stiftung und die Familie Mohn selbst "werden ja keine Anteile abgeben. Die Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft wird deshalb weiterhin 75 Prozent der Stimmrechte kontrollieren." Eine Dreiviertelmehrheit erscheine ihr notwendig, "um die Kontinuität unserer Unternehmenskultur zweifelsfrei zu sichern. Für angelsächsisch geprägte Investoren mögen das Absurditäten sein. Für Bertelsmann sind diese Prinzipien elementar".

Mohn selbst sieht sich in der Verantwortung "für die Prinzipien und die Kultur, wie sie mein Mann bei Bertelsmann aufgebaut hat". Sie wolle dafür sorgen, "dass das, was er initiiert und auf den Weg gebracht hat, weiterentwickelt wird, ohne von seiner Basis abzugehen. Deshalb werde ich nicht müde, die Unternehmenskultur von Bertelsmann anzupreisen. Ich kann sie nur jedem zur Nachahmung empfehlen."

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