Bertelsmann: Mohns wollen Börsengang verhindern - DER SPIEGEL
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Bertelsmann Mohns wollen Börsengang verhindern

Die Eigentümerfamilie Mohn fürchtet um ihren Einfluss auf Bertelsmann: Mitbesitzer GBL will seine Anteile an die Börse bringen. Das soll unter allen Umständen verhindert werden - einer Zeitung zufolge wollen die Mohns deshalb alle Anteile zurückkaufen, auch um den Preis hoher Schulden.
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Frankfurt - Eigentlich müssen die Mohns den Börsengang tolerieren: Das besagt eine Vereinbarung, die mit der belgischen Groupe Bruxelles Lambert (GBL) geschlossen wurde, als diese 2001 rund 25,1 Prozent an Bertelsmann erwarb. Vor einigen Monaten teilte die Firma des Investors Albert Frère mit, ihre Anteile 2007 nun tatsächlich an den Aktienmarkt bringen zu wollen. Auch wenn offiziell von Vertretern der Familie Mohn stets versichert wird, das Unternehmen sei dazu bereit - der Börsengang ist eine Schreckensvision der Mohns. Sie fürchten die Vorgaben renditeorientierter Aktionäre.

Derzeit sah die Lage aber ziemlich hoffnungslos aus: Beobachter hielten einen Rückkauf des GBL-Anteils für nicht finanzierbar. Den Wert der Anteile der Belgier schätzen Analysten auf bis zu fünf Milliarden Euro. Die Familie Mohn würde inzwischen aber auch einen riesigen Schuldenberg in Kauf nehmen, wenn sie den Schritt an den Aktienmarkt so verhindern könne, berichtet nun die "Financial Times Deutschland" ohne Angabe von Quellen.

Der Rückkauf der Aktien könnte teuer werden. Letztlich hätten die Mohns nur ein Erstverhandlungsrecht mit GBL vereinbart, erklärt ein Kenner des Unternehmens. Und es gebe bereits Gerüchte, dass ein anderer Interessent schon wesentlich mehr für die Anteile geboten habe.  

Gegen einen komplett schuldenfinanzierten Rückkauf der GBL-Anteile stemmt sich außerdem offenbar Bertelsmanns Management. Es fürchte einen zu engen Spielraum für Investitionen, heißt es in dem Bericht weiter. Deshalb werde ein Ausstieg aus dem Musikgeschäft geprüft. Dabei gehe es um den Musikverlag BMG Music Publishing und die 50-Prozent-Beteiligung am Plattenkonzern Sony BMG.

Die Mohns und GBL würden derzeit vor allem um die Bewertung des Konzerns streiten. Dieser liege nach Angaben aus dem Umfeld von Frere zwischen 20 Milliarden und 18,7 Milliarden Euro. Mohns setzten den Wert indes bei zwölf Milliarden Euro an.

ase/dpa-AFX/Reuters