Bertelsmann Schmidt-Holtz rückt in den Vorstand auf
Gütersloh - Schmidt-Holtz, der seine journalistische Laufbahn 1977 im Bundespresseamt begann, war 1986 vom Posten des WDR-Chefredakteurs zum "Stern" gewechselt. 1989 wurde er Mitglied des Vorstands des Verlags Gruner+Jahr, der zu Bertelsmann gehört. Nach der Fusion der Bertelsmann-Fernsehtochter Ufa mit der luxemburgischen CLT 1997 war Schmidt-Holtz als einer der beiden Vorstandsvorsitzenden für die deutschsprachigen Gebiete und das Inhalte-Geschäft der Gruppe verantwortlich.
Bei der CLT-Ufa, an der noch die belgische Gruppe des Finanziers Albert Frere zu 50 Prozent beteiligt ist, wird der Belgier Didier Bellens als alleiniger Vorstandsvorsitzender Nachfolger von Schmidt-Holtz. Ihm zur Seite steht künftig Ewald Walgenbach als Chief Operating Officer. Beide verantworten die gesamten europäischen Aktivitäten des Konzerns, zu dem 18 Radiostationen und 22 TV-Sender - darunter die RTL-Gruppe in Deutschland - gehören.
Mit Frere soll nach unbestätigten Berichten vereinbart worden sein, dass Bertelsmann die unternehmerische Führung bei der CLT-Ufa übernimmt und damit auch das Recht zur Nominierung des Vorstandsvorsitzenden erhält. Damit dürfte Bertelsmann auf seiner Bilanz-Pressekonferenz im September 2000 wohl erstmals das Gesamtergebnis CLT-Ufa in seiner Bilanz aufführen.
Der bisherige TV- und Musikvorstand Michael Dornemann wird sich künftig auf das Musikgeschäft konzentrieren, hieß es in Gütersloh weiter. Bertelsmann Music Group ist das viertgrößte Musiklabel weltweit. Konzernchef Thomas Middelhoff hatte kürzlich angekündigt, dass sich Bertelsmann im Musikbereich durch Zukäufe oder Allianzen strategisch verstärken wird und das Ziel verfolgt, weltweit die Marktführerschaft in diesem Teilmarkt zu erreichen.