Bertelsmann Sieben Milliarden Mark für Internet-Herrschaft
Hannover - "Dem strategischen Ziel der globalen Marktführerschaft als Content-Provider und als Anbieter von Direktkundengeschäften nähern wir uns mit Siebenmeilenstiefeln", erklärte Middelhoff anlässlich der Vorstellung der Unternehmensbilanz 1999/2000 auf der Expo in Hannover.
Weltweit werde derzeit kein Medienunternehmen im Internet stärker von Publikum und Kunden angenommen. Allein im Juli seien die verschiedenen Online-Angebote des Unternehmens - vom Internet-Buchhändler BOL bis zu BMG-Music - von 32 Millionen verschiedenen Nutzern besucht worden, sagte Middelhoff. Fast zwei Drittel von ihnen kämen aus den USA.
Den finanziellen Rahmen für die Internetpläne liefert nach Angaben von Finanzchef Siegfried Luther der Verkauf der Beteiligung an AOL und anderen Internetzugangsgeschäften, der rund 20 Milliarden Mark in die "Kriegskasse" spülen wird und damit auch große Expansionsschritte ermöglicht.
Knapp zwei Jahre nach dem Amtsantritt von Middelhoff würden damit die Konturen des "Neuen Bertelsmann" sichtbar, hieß es in Hannover: Bertelsmann entwickele sich zum "Content-Power-House".
Im Geschäftsjahr 1999/2000 stieg der Umsatz des Konzerns - nicht zuletzt durch die erstmalige Vollkonsolidierung der Fernsehtochter CLT/UFA - um 24,6 Prozent auf 32,4 Milliarden Mark. Der Löwenanteil des Umsatzes (33,8 Prozent) wurde in den USA erzielt, 30,5 Prozent in Deutschland, 28, 6 Prozent im übrigen Europa und 7,1 Prozent im Rest der Welt.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) erhöhte sich um 35 Prozent auf 3,3 Milliarden Mark. Der Jahresüberschuss nahm um 45 Prozent auf 1,3 Milliarden zu.