Bertelsmann: Verkaufs-Verhandlungen mit Amazon - DER SPIEGEL
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Bertelsmann Verkaufs-Verhandlungen mit Amazon

Um schnell in die schwarzen Zahlen zu gelangen, will sich Ewald Walgenbach, der neue Chef der DirectGroup Bertelsmann, offenbar von der Internettochter BOL trennen. Einen Interessenten hat er offenbar schon gefunden: Marktführer Amazon.
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Hamburg - Der neue Bertelsmann-Chef Gunter Thielen räumt auf. Vor rund drei Wochen tauschte er den Chef der DirectGroup Bertelsmann aus, in der die Online-Aktivitäten und der Buchclub des Konzerns gebündelt sind. An die Stelle von Klaus Eierhoff trat Ewald Walgenbach. Er soll die DirectGroup schnell in die schwarzen Zahlen bringen.

Wie manager-magazin.de nun aus informierten Kreisen erfuhr, will sich Walgenbach von dem verlustreichen Internetbuchhändler BOL trennen. Bertelsmann stehe mit dem weltweit größten Internethändler Amazon   in Verhandlungen, heißt es. Die Marke BOL soll in sämtlichen Ländern zum Verkauf stehen.

Dass sich der Gütersloher Konzern von seinem Onlinehändler trennen will, überrascht nicht. Zuletzt fuhr das Webunternehmen 30 Millionen Euro Verlust ein – zuviel, wie die Bertelsmänner nun offensichtlich befanden.

Auch von dem Joint Venture Barnesandnoble.com, das Bertelsmann zusammen mit Barnes & Noble - dem größten stationären Buchhändler der USA - betreibt, will sich der deutsche Konzern trennen.

Der ewige Zweite hinter Amazon

Trotz massiver Investitionen konnte BOL weltweit nicht an den Erfolg von Amazon heranreichen. Das US-Unternehmen belegt in fast allen Ländern, in denen es aktiv ist, den ersten Platz. Ein Kauf von BOL würde die Marktposition des US-Händlers noch einmal deutlich ausbauen, denn in den Niederlanden und Skandinavien hält die Bertelsmann-Firma die Spitzenposition. In Deutschland ist es die Nummer zwei.

Auch in den USA gelang es Bertelsmann nicht, die Marktführerschaft zu erlangen. Auch hier ist die Gewinnschwelle bislang nicht in Sicht. Kein Wunder also, dass die Branche schon lange spekuliert, der Gütersloher Konzern wolle den ewigen Zweiten, barnesandnoble.com, los werden.

Ganz von den Internetaktivitäten wollen sich die Gütersloher den Angaben zufolge aber nicht trennen. Wie es hieß, werde es weiter einen Onlineverkauf unter den Fittichen des Buchclubs geben. Denkbar ist, dass sich das Angebot auf Club-Produkte konzentriert. BOL bietet neben Büchern und Videos auch DVDs, CDs und Softwarespiele an.

Gerd Koslowski, Sprecher der DirectGroup Bertelsmann, wollte die Marktgerüchte gegenüber manager-magazin.de nicht kommentieren. Gleiches gilt für Amazon. "An den Spekulationen beteiligen wir uns nicht", hieß es dort.