Bessere Optik: Airbus heuert BMW-Designer an - DER SPIEGEL
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Bessere Optik Airbus heuert BMW-Designer an

Beim Versuch, seinen Langstreckenflieger A350 zum Erfolg zu führen, holt sich Airbus branchenfremde Hilfe. Schaden kann das nicht: Der Konkurrent Boeing hat die Europäer bei der Zahl der Bestellungen wieder überholt.
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Düsseldorf/Hamburg - Airbus will für sein neuestes Flugzeugprojekt erstmals die Design-Erfahrung des Automobilherstellers BMW nutzen. "BMW Designworks arbeitet an dem Flugzeug mit", bestätigte ein BMW-Sprecher laut "Handelsblatt".

Die BMW-Designer arbeiten der Zeitung zufolge an der Gestaltung einer Flugzeug-Kabine, die neue Maßstäbe im Passagierverkehr setzen und Fluggästen ab 2010 deutlich mehr Komfort bieten solle. Airbus reagiere damit auf den Markterfolg des direkten Konkurrenzmodells Boeing 787 (Dreamliner). Damit Airbus eine überzeugende Antwort auf das grundlegend neue Design der 787 finde, solle BMW frische Impulse bringen.

Das BMW-Büro für Produktgestaltung wird dem "Handelsblatt" zufolge von Los Angeles und München geführt. Zu den Kunden der insgesamt 130 BMW-Designer zählten Unternehmen wie Siemens, Nokia oder Hewlett-Packard. Im Bereich Luftfahrt sei BMW Designworks seit geraumer Zeit mit der Gestaltung von Business-Jets und Flugzeugsitzen aktiv.

Bestellungen: Boeing wieder die Nummer eins

Boeing teilte unterdessen mit, man habe 2005 zum ersten Mal in einem Jahr mehr als 1000 Flugzeug-Bestellungen erzielt. Im vergangenen Jahr seien netto 1002 Bestellungen für neue Flugzeuge eingegangen. Damit sei der 17 Jahre alte Rekord von 877 Bestellungen übertroffen worden. Im Jahr 2004 wurden bei Boeing noch 272 Maschinen bestellt.

Boeing hat damit den Rivalen Airbus bei den Bestellungen wieder überrundet. Von Airbus liegen zwar noch keine konkreten Zahlen für 2005 vor. Der Konzern hatte aber noch Mitte des vergangenen Monats erklärt, dass die Zahl der Flugzeugaufträge 2005 bei etwa 800 liegen werde. Boeing hatte zuletzt im Jahr 2000 bei den Neubestellungen vor Airbus gelegen.

Auch die Airbus-Zahlen sind aber imposant - 2004 war der Hersteller noch auf 370 Festbestellungen gekommen. Beide Widersacher profitierten vor allem von den Expansionen der Billigfluggesellschaften. So war der Mittelstreckenflieger 737 bei Boeing der Verkaufsschlager des Jahres - er wurde 569 Mal bestellt. Auch der Wunsch der Airlines nach neuen, sparsameren Flugzeugmodellen wie dem Dreamliner (235 Bestellungen) oder dem A350 beflügelte den Markt.

Boeing teilte nicht mit, wie viele Flugzeuge im abgelaufenen Jahr tatsächlich ausgeliefert wurden. In dieser Frage bleibt der Konkurrenzkampf noch spannend: Möglich ist, dass Airbus 2005 bei den Auslieferungen noch vor Boeing gelegen hat. In Kreisen von Boeing wurde jedoch die Hoffnung geäußert, dass man den Konkurrenten auch bei den Auslieferungen überflügeln könnte.