Bestätigt Dresdner und Commerz reden über Fusion
Frankfurt - Angesichts der Größe beider Häuser und der Tragweite des Themas werde sich erst nach sorgfältiger Prüfung zeigen, ob ein tragfähiges Konzept entwickelt werden könne, teilten die beiden Geldinstitute in gleich lautenden Pressemitteilungen mit. Dabei seien die Interessen aller zu berücksichtigen, hieß es in der knappen Mitteilung der Banken weiter. Beide Banken wollten sich über den weiteren Verlauf zunächst nicht wieder öffentlich äußern, erklärten sie.
Im Falle einer Fusion beider Banken würde das nach der Deutschen Bank zweitgrößte Geldhaus Deutschlands mit einem Börsenwert von rund 46 Milliarden Euro entstehen. Branchenkenner gehen davon aus, dass es sich bei den Gesprächen um Sondierungen, aber noch keine konkreten Fusionsverhandlungen handelt. Bis zu einem möglichen Zusammenschluss könnten noch Monate vergehen. Dabei wurde vor allem an das Scheitern der Fusionspläne der Dresdner mit der Deutschen Bank im April erinnert.
Die Commerzbank steht nach Angaben von Beobachtern unter dem Druck ihres neuen Großaktionärs, der zur niederländischen Rebon BV gehörenden CoBRa Beteiligungsgesellschaft. CoBRa sucht dem Vernehmen nach einen Käufer für ihren 17-Prozent-Anteil an der Commerzbank. CoBRa-Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, er bevorzuge eine Kooperation der Commerzbank mit einem ausländischen Partner.
Commerzbank-Vorstandssprecher Martin Kohlhaussen hatte bereits kurz nach dem Scheitern der Fusion zwischen Dresdner und Deutscher Bank seine grundsätzliche Gesprächbereitschaft mit der Dresdner Bank signalisiert. Analysten sagten, insbesondere für die Dresdner Bank stehe nach dem Scheitern der Fusionspläne mit der Deutschen Bank die Glaubwürdigkeit auf dem Spiel. Eine Vollfusion mit der Commerzbank bringe die Dresdner kaum weiter, da die Commerzbank im Investmentbanking vergleichsweise schwach sei und auch im europäischen Privatkundengeschäft nicht viel zu bieten habe.