Bestechung Prozess gegen Roland Ernst geplatzt
Bochum - Das Landgericht Bochum sah am Dienstag noch Fragen um Geldflüssebeim Verkauf eines Bonner Ministeriumsgebäudes ungeklärt und willweiter ermitteln lassen. Ernst hatte am Montag ein Geständnis abgelegt.Terminnöte zwangen die 13. Strafkammer zur Abtrennung des Strafverfahrens gegen den wegen Untreue, Betruges und Bestechungangeklagten Ernst. Der Prozess wird soll 2001 wieder aufgerollt werden.Bisher saßen zusammen mit Ernst der ehemalige BahnmanagerAlexander May, dessen enger Mitarbeiter Horst Hadergasser und der Immobilienmakler Ralf Rietz auf der Anklagebank. Sie sollensich des Betrugs, der Untreue und der Bestechlichkeit schuldiggemacht haben. May ist zudem der Erpressung angeklagt. Gegen sieverhandelt das Gericht weiter.May und Hadergasser räumten am zweiten Prozesstag sogar nochweitere Bestechungen ein. Auch bei dem Projekt "Hannover Netz"der Deutschen Bahn flossen danach ab 1997 offenbar Schmiergelder insechsstelliger Höhe, allerdings nicht von Ernst, sondern angeblichvon einem bekannten Projektentwickler aus dem Frankfurter Raum. Beiden Ex-Bahnern und beim mitangeklagten Immobilienmakler RolfRietz der Ernst mit Scheinrechnungen geholfen haben soll, hältdie Strafkammer die Fälle jetzt für entscheidungsreif.Im Prozess gegen Ernst müsse noch die Rolle einer Bank beimVerkauf des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Bonnaufgeklärt werden. Das Gebäude war von einer Ernst-Firma gebaut undMitte der neunziger Jahre für 290 Millionen Mark nach Schmiergeldzahlungen an ein Unternehmens-Konsortium verkauft worden.