Bestechungsprozess Baulöwe Ernst gab 500.000 Mark
Bochum - Ernst räumte zum Prozessauftakt ein, er habe 500.000 Mark an den mitangeklagten Ex-Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft der Deutschen Bahn, Alexander May, gezahlt. "Mir blieb praktisch keine andere Wahl", erklärte der 64-jährige Baulöwe in der Verhandlung. May habe ihn damals unter Druck gesetzt und gesagt: "Ich gebe die Verträge nur dann weiter, wenn du zahlst!"
Ernst wird zur Last gelegt, von 1996 bis 1999 rund 6,3 Millionen Mark Schmiergeld an May und einen weiteren Bahn-Manager gezahlt zu haben. Im Gegenzug erhielt der renommierte Projektentwickler angeblich den Zuschlag bei millionenschweren Aufträgen der Bahn in Duisburg, Mainz und Karlsruhe. Den beiden Bahn-Managern wird Bestechlichkeit zur Last gelegt. May wird darüber hinaus Erpressung vorgeworfen.
Im Mai beantragte Ernst ein Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit. Seine Schulden wurden vor einigen Wochen auf 450 Millionen Mark (230 Millionen Euro) beziffert. Nach seiner Festnahme saß Ernst im März eine Woche lang in Untersuchungshaft.
Besonders viele Ernst-Projekte stehen in Berlin: Dazu zählen die Hackeschen Höfe, die Twin Towers in Treptow und das Kranzler-Eck am Kurfürstendamm.