Besucher-Misere Disneyland Hongkong feuert Chef
Hongkong - Weniger als vier Monate nach Eröffnung des Vergnügungsparks in Südchina muss der bisherige Leiter Don Robinson gehen, erklärte das Unternehmen heute. Ihm folgt Disney-Veteran Bill Ernest nach, bisher Vize-Geschäftsführer des US-Konzerns.
Der drei Milliarden Dollar teure Vergnügungspark in Hongkong ist ein Publikumsflop: Nach Angaben der "South China Morning Post" kommen im Schnitt noch nicht einmal die Hälfte der rund 30.000 erhofften Besucher pro Tag. Seit seiner Eröffnung im September war das Disneyland in Hongkong demnach nur wenige Tage ausverkauft.
Mit einer Fläche von 126 Hektar und 21 Attraktionen ist das Disneyland in Fernost der kleinste der insgesamt fünf Themenparks des US-Konzerns. Mit rund 36 Euro für ein Tagesticket sind die Preise aber auch die niedrigsten. Im ersten Jahr rechnet Disney mit 5,6 Millionen Besuchern, später soll die Zahl auf über zehn Millionen ansteigen.
Mit Hilfe seines Vergnügungsparks will der Konzern auch mit seinen anderen Produkten in China Fuß fassen. Die ehemalige britische Kronkolonie, die 1,8 der rund drei Milliarden Dollar Baukosten trug, erhofft sich ihrerseits weiteren Auftrieb für ihre Tourismusindustrie. Der Vergnügungspark gehört zu 57 Prozent der Regierung von Hongkong.
Allerdings stand das Projekt bislang unter keinem guten Stern. So geriet Disney Mitte August vergangenen Jahres in die Schlagzeilen, weil der US-Konzern in Fernost mit Firmen kooperiert haben soll, deren Angestellte unter menschenunwürdigen Bedingungen produzieren müssen.
Zudem hatte Disney die Stadtregierung von Hongkong verärgert. Die Verantwortlichen hatten Lebensmittelkontrolleure gebeten, bei der Arbeit im Freizeitpark auf ihre Uniformen zu verzichten. Die Beamten hatten mehrere Vergiftungsfälle in Restaurants der Anlage untersucht, die beim Probebetrieb wenige Tage vor der offiziellen Eröffnung aufgetreten waren. Demnach bat Disney die Kontrolleure um ein weniger auffälliges Auftreten. Die Verwaltung von Hongkong reagierte auf den Vorstoß empört. Disney entschuldigte sich daraufhin und versprach, mit den Behörden zusammenzuarbeiten.