Betriebsräte Schröder auf Gewerkschaftskurs
Stuttgart - Vor 1000 Betriebs- und Personalräten sagte Schröder am Samstag in Stuttgart, Deutschland sei wirtschaftlich stark geworden - nicht trotz, sondern wegen der Tarifautonomie. "Wer nicht aus ökonomischer Vernunft an der Seite der Gewerkschaften steht, der schadet Deutschland und nützt Deutschland nicht."
Demokratie sei kein formaler Prozess, sondern müsse auch in den Betrieben ihren Platz haben. Die Bundesregierung versuche alles, um wirtschaftlich in Bedrängnis geratenen Unternehmen im Interesse der Beschäftigten zu helfen: "Uns geht es darum, dass nicht über Nacht ein paar 10 000 Menschen arbeitslos werden." Das Schicksal der Beschäftigten und die Zukunft ganzer Regionen stünden auf dem Spiel, sagte Schröder und fügte mit Blick auf die Konkurrenten im Wahlkampf hinzu: "Das haben die anderen vergessen."
Im Austausch Gewerkschaftshilfe
Unterstützung für die Bundestagswahl am 22. September erhielt Schröder von den Vorsitzenden des baden-württembergischen DGB und der IG Metall. IG-Metall-Landeschef Berthold Huber rief Arbeitnehmer und Gewerkschafter auf, zur Wahl zu gehen. Dabei müssten jene Parteien unterstützt werden, die Arbeitnehmerrechte schützen und die Gewerkschaften respektieren. Diese Bedingung werde von CDU und CSU nicht erfüllt.
Der DGB-Landesvorsitzende Rainer Bliesener warf dem Unions- Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber (CSU) vor, er wolle Hand an den Kündigungsschutz legen und Niedriglöhne zur Normalität werden lassen. Mit Blick auf die Wahl betonte Bliesener: "Es gibt keinen Grund für einen Wechsel - es sei denn, man will zurück in die Vergangenheit." Kurzum: Auch für die Gewerkschaften ist der Wahlkampf im vollen Gang.