Betriebsversammlung: Daimler-Mitarbeitern drohen harte Einschnitte - DER SPIEGEL
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Betriebsversammlung Daimler-Mitarbeitern drohen harte Einschnitte

Der Autokonzern Daimler hat für Mittwoch überraschend eine Betriebsversammlung einberufen. Für die Mitarbeiter heißt das nichts Gutes: Laut einem Pressebericht wird die für Mai geplante Tariferhöhung verschoben - und die Kurzarbeit über Juni hinaus verlängert.
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Stuttgart - Die Beschäftigten beim Autobauer Daimler   in Deutschland müssen sich auf spürbare Einschnitte einstellen. Der Hersteller will die für Mai geplante zweite Stufe der Tariferhöhung verschieben und die Kurzarbeit in seinen Werken über Juni hinaus verlängern, berichten die "Stuttgarter Nachrichten". Außerdem plane der Autobauer Arbeitszeitverkürzungen ohne Lohnausgleich in Konzernteilen, die bisher von der Kurzarbeit ausgeschlossen sind.

Am Mittwoch will Daimler die Mitarbeiter auf außerordentlichen Betriebsversammlungen über die Lage informieren. "Es geht um die aktuelle Situation des Unternehmens", sagte ein Sprecher. Nähere Angaben machte Daimler nicht. Auch der Gesamtbetriebsrat wollte sich zunächst nicht äußern. "Die Belegschaft soll zuerst informiert werden", sagte ein Sprecherin von Betriebsratschef Erich Klemm.

Die Zeitung berichtet, auch betriebsbedingte Kündigungen seien möglich. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa soll es aber nicht um den Abbau von Stellen gehen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2011 ausgeschlossen. Dieser Beschäftigungssicherungsvertrag wackelt dem Vernehmen nach nicht.

Allerdings gilt die mit dem Betriebsrat geschlossene Vereinbarung nur für die Beschäftigten "die zum Zeitpunkt dieser Vereinbarung in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehen", zitieren die "Stuttgarter Nachrichten" aus dem Vertrag. Die Vereinbarung sei im Juni 2004 unterschrieben worden, deshalb dürften einige Tausend Mitarbeiter ausgenommen sein, schreibt das Blatt. Daimler hat in Deutschland insgesamt rund 168.000 Mitarbeiter.

In den deutschen Pkw-Werken sind derzeit mehr als 50.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Von Ostern an soll auch für den Nutzfahrzeugbereich nach und nach Kurzarbeit eingeführt werden, betroffen sind hier rund 18.000 Beschäftigte. Über die Arbeitszeit-Reduzierung hatte es vor Monaten Streit zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat gegeben. Während der Vorstand eine Arbeitszeitverkürzung von 35 auf 30 Stunden favorisierte, setzte sich der Betriebsrat für die Anmeldung von Kurzarbeit ein. Kurzarbeit ist bei den Beschäftigten mit deutlich weniger Einbußen verbunden, für das Unternehmen ist es allerdings die teurere Lösung.

Kurzarbeit bietet früheren Angaben des Betriebsrates zufolge eine Absicherung der Netto-Entgelte von bis zu 97 Prozent. Eine Absenkung der Arbeitszeit von 35 auf 30 Stunden sichere lediglich bis zu 89 Prozent der Netto-Entgelte. Der Pkw-Absatz bei Daimler ist seit Monaten auf Talfahrt. Für das laufende Jahr hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche bereits angekündigt, Absatz, Umsatz und Ergebnis würden rückläufig sein. Für das erste Quartal rechnet der Konzernlenker sogar mit roten Zahlen.

Allein im Bremer Mercedes-Werk drohen harte Einschnitte. Laut "Bild"-Zeitung heißt es in einem Schreiben an die über 12.000 Beschäftigten, die Probleme bei Daimler seien nicht nur mit der seit Januar laufenden Kurzarbeit zu beherrschen. Es seien weitere Maßnahmen notwendig, die alle Mitarbeiter treffen würden. Dem Bericht zufolge sollen Urlaubsgeld und Prämienzahlungen gestrichen werden. Eine Konzernsprecherin habe sich dazu nicht äußern wollen.

wal/dpa-AFX