Betrugsprozess ProSieben-Chef belastet die Haffas
München - Rohner bestritt, dass er mit EM.TV im September 2000 ein Millionengeschäft abgeschlossen habe. Vor dem Landgericht München sagte Rohner am Montag, er habe mit dem angeklagten EM.TV-Gründer Thomas Haffa nur am 11. Oktober 2000 über den Kauf der Trickfilm-Serie "Die Simpsons" für den Fernsehsender ProSieben verhandelt. "Wir haben schnell gesehen, dass es für uns nicht ein gangbarer Weg sein würde", sagte Rohner.
Haffas Vorstellungen über Laufzeit und Preis des Lizenzgeschäfts seien nicht akzeptabel gewesen. Rohner fügte hinzu, er habe damals nicht ausgeschlossen, dass es bei besseren Bedingungen doch noch zu einem Geschäft kommen könnte. Haffa hatte den Verkaufspreis von rund 128 Millionen Euro seinerzeit bereits in die Gewinnprognose eingerechnet.
Der zusammen mit seinem Bruder Florian wegen bewusst überhöhter Gewinnprognosen angeklagte Thomas Haffa hatte erklärt, er habe den Millionendeal mit Rohner bereits bei einem Telefongespräch im September grundsätzlich fest gemacht. Rohner schloss das aus. ProSiebenSat.1-Programmchef Ludwig Bauer bestätigte als Zeuge Rohners Angaben.