Bezahl-TV Premiere will Fernseh-Piraten den Garaus machen
München - Premiere-Chef Börnicke blickt nach massiven Schwierigkeiten in den vergangenen Monaten wieder optimistisch in die Zukunft: Neben neuen Aktivitäten wie der Bestellung von Filmen und Serien via Internet setzt er auf die Vergabe der Bundesliga-Rechte in diesem Sommer.
Darüber hinaus wollen die Münchner bis zum Herbst ihre Probleme mit Schwarzsehern in den Griff bekommen. Kundenzahl, Umsatz und Ergebnis sollen so in den kommenden Jahren deutlich steigen, kündigte Börnicke am Donnerstag auf der Hauptversammlung des Unternehmens in München an. An diesen Vorgaben wolle er sich auch messen lassen.
Premiere hatte im ersten Quartal wegen hoher Kosten für die Bundesliga und den Einbußen durch Schwarzseher unterm Strich erneut einen Verlust von 28,1 Millionen Euro eingefahren. Die Zahl der Schwarzseher bezifferte Börnicke auf rund eine Million. Ihnen soll durch den Einsatz neuer Verschlüsselungstechniken bis Herbst das Wasser abgegraben werden. "Alle Piraten werden in nur wenigen Wochen vor schwarzen Bildschirmen sitzen." Börnicke rechnet dann auch mit rund 200.000 neuen Kunden.
Wichtiger Baustein in der Strategie des Bezahlsenders bleibt aber die Fußball-Bundesliga. Börnicke bekräftigte seine Einschätzung, bei der bevorstehenden Vergabe der Rechte von der Saison 2009/2010 an zum Zuge zu kommen. "Ich gehe davon aus, dass Premiere auch künftig die Bundesliga-Spiele ausstrahlt." Dabei werde der Sender für alle Szenarien bieten. Abgeschlossen sein dürfte der Bieterprozess im August.
Bei der letzten Vergaberunde Ende 2005 hatte der zum Kabelkonzern Unity Media gehörende Bezahlsender Arena überraschend das Rennen gegen Premiere gemacht. Mittlerweile hat Arena aber das Handtuch geworfen und die Rechte wieder an Premiere abgegeben. Premiere muss dafür aber rund 220 Millionen Euro pro Saison auf den Tisch legen.
Bis 2012 soll der Premiere-Umsatz nach den Worten Börnickes auf zwei bis drei Milliarden Euro klettern. Die Zahl der Kunden soll bis dahin bei bis zu zehn Millionen liegen. Im vergangenen Jahr hatte Premiere mit insgesamt 4,3 Millionen Kunden einen Umsatz von knapp einer Milliarde Euro erwirtschaftet. Auch auf der Ergebnisseite hat sich Börnicke viel vorgenommen. Ziel ist eine Marge von 20 bis 30 Prozent beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. 2007 war Premiere auf einen Wert von rund 8,5 Prozent gekommen.
kaz/dpa-AFX