Bier-Misere Warsteiner-Absatz bricht erneut ein
Warstein/Bitburg - Die Warsteiner Brauerei hat im vergangenen Jahr erneut weniger Bier ihrer Stammmarke verkauft. Der Inlandsausstoß sei um 9,4 Prozent auf 2,8 Millionen Hektoliter gesunken, sagte der Generalbevollmächtigte der Brauerei, Gustavo Möller-Hergt, heute in Warstein. Damit bleibt Warsteiner das Sorgenkind des Konzerns. Der Absatz der Marke ist seit fünf Jahren rückläufig.
"Wir sind schon seit Jahren nicht mehr auf Mengen fixiert", beteuerte Möller-Hergt. Im vergangenen Jahr habe es Pannen beim Marketing gegeben, bekannte der Manager gleichzeitig selbstkritisch. Der Generalbevollmächtigte hofft, dass nunmehr die Talsohle bei Warsteiner erreicht sei. "2005 war der Rückgang leider größer als von uns erwartet", sagte Möller-Hergt. "Ich bin froh, wenn wir 2006 das gleiche Ergebnis haben." Die Brauerei hofft dabei auf ein konsumfreundlicheres Klima nach dem Regierungswechsel und auf mehr Bierverkäufe während der Fußball-Weltmeisterschaft.
Die Einbrüche bei Warsteiner glichen die anderen Marken der Brauerei aus. Die gesamte Warsteiner-Gruppe habe mit 5,9 Millionen Hektoliter sechs Prozent mehr Bier verkauft. "Unser Umsatz stieg um acht Prozent auf 510 Millionen Euro", sagte Möller-Hergt. Die Gewinne der Gruppe seien ähnlich groß wie 2004 und sollen komplett reinvestiert werden. Den Ertrag wollte der Generalbevollmächtigte nicht beziffern.
Zur Warsteiner-Gruppe gehören neben der Warsteiner Brauerei unter anderem die Marken Paderborner, Isenbeck, Weißenburger, König Ludwig, die argentinische Casa Isenbeck, Brauereien in Kamerun, Gambia und Nigeria sowie seit 2005 ein 60-Prozent-Anteil an der Düsseldorfer Frankenheim-Brauerei. Insgesamt sind unter dem Dach 112 Unternehmen und Mehrheitsbeteiligungen mit 2600 Beschäftigten zusammengefasst.
Warsteiner ist nicht der einzige Brauereikonzern mit Verkaufsproblemen im teuren Segment der Premiumbiere. Auch die Bitburger-Gruppe verzeichnete 2005 beim Gesamtabsatz einen Rückgang von 3,3 Prozent auf 14,82 Millionen Hektoliter. Der Konzern machte die anhaltende Konjunkturschwäche und die verstärkte Konkurrenz durch Billigmarken für den Einbruch verantwortlich. Zur Bitburger-Gruppe gehören neben der gleichnamigen Stammmarke unter anderem Köstritzer, Wernesgrüner, König-Pilsener sowie der Mineralwasserhersteller Gerolsteiner.