Bierkonsum: Nur die Billiganbieter dürfen hoffen - DER SPIEGEL
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Bierkonsum Nur die Billiganbieter dürfen hoffen

Die deutschen Bierbrauer blicken mit Sorge in die Zukunft. Die Deutschen werden einer Studie zufolge in den nächsten Jahren immer weniger Bier trinken. Profitieren werden lediglich die Nischenanbieter - und die Billigbier-Produzenten.
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Berlin - In den letzten zehn Jahren ist der Bierausstoß in Deutschland um elf Prozent gesunken, wie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG heute in Berlin berichtete. Im selben Zeitraum stieg der Weinkonsum dagegen um 17 Prozent.

Und mit einer wesentlichen Änderung dieses Trends rechnet auch in Zukunft kaum eine der 260 befragten Brauereien. 88 Prozent gingen von einem weiteren Absatzrückgang und sieben Prozent mit einer Stagnation, erklärten die Wirtschaftsexperten.

Die aus den Antworten errechnete Durchschnittserwartung geht von einem Absatzminus in Höhe von rund fünf Prozent bis 2009 aus. Diese Entwicklung stehe im Zusammenhang mit dem sinkenden Anteil der jungen Bevölkerung und mit veränderten Trinkgewohnheiten. Besonders heftig treffe es das Pils, für das der größte Absatzrückgang befürchtet werde. Zuwächse werden lediglich bei Biermixgetränken erwartet, zum Beispiel Bier-Cola oder Radler. Auch Weizenbier und Saisonbiere erfreuten sich vergleichsweise hoher Nachfrage.

Die große Mehrheit der Brauereien rechnet für die Zukunft zudem mit einem weiteren Zusammenschluss von Brauhäusern und einem verstärkten Einstieg internationaler Konzerne. Nachdem sich zum Ende der neunziger Jahre nur einzelne Brauereien zusammengeschlossen hatten, begann sich der Konzentrationsprozess mit dem Einstieg von Holsten bei König, von Inbev (früher Interbrew) bei Beck's und von Heineken bei Paulaner/Kulmbacher zu beschleunigen.

Die Fusionswelle erreichte 2004 mit dem Einstieg des dritten ausländischen Braukonzerns - Carlsberg - bei Holsten, der Übernahme von König und Licher durch Bitburger und den Kauf von Brau&Brunnen durch Radeberger einen Höhepunkt. Die acht größten Braukonzerne in Deutschland vereinigen den Angaben zufolge inzwischen einen Marktanteil von rund zwei Dritteln auf sich.

Trotz der Konsolidierung ist die Anzahl der betrieblichen Braustätten nahezu unverändert geblieben, wie es weiter hieß. Deutlich zugenommen haben die Kleinstbrauereien mit einem Ausstoß unter 10.000 Hektoliter und die großen Braustätten mit einem Ausstoß von mehr als einer Millionen Hektoliter. Brauereien mit einem Ausstoß zwischen 10.000 und einer Million Hektoliter befänden sich dagegen auf dem Rückzug.