Bieterkampf entschieden: Hamburger Senat steigt bei Beiersdorf ein - DER SPIEGEL
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Bieterkampf entschieden Hamburger Senat steigt bei Beiersdorf ein

Die Spekulationen über die Zukunft des Hamburger Kosmetikkonzerns Beiersdorf sind vorbei: Die Allianz verkauft für 4,4 Milliarden Euro fast ihren gesamten Beiersdorf-Anteil an das Hamburger Tchibo-Konsortium. US-Konkurrent Procter & Gamble hat damit die Bieterschlacht verloren - die Beiersdorf-Beschäftigten atmen auf.
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Hamburg - Die monatelangen Spekulationen über die Zukunft des Hamburger Konsumgüterherstellers Beiersdorf sind beendet: Die Allianz verkauft an das Tchibo-Konsortium einen 40-Prozent-Anteil an Beiersdorf für 130 Euro je Aktie, teilte der Allfinanzkonzern am Donnerstag in München mit.

Die Tchibo Holding übernimmt im Zuge einer über mehrere Stufen vereinbarten Transaktion 19,6 Prozent des Beiersdorf-Kapitals und stockt damit ihren Anteil auf 49,9 Prozent auf. Weitere zehn Prozent gehen an die Hamburger Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung HGV, die diesen Anteil wahrscheinlich zu einem späteren Zeitpunkt an der Börse platzieren soll. Die HGV ist eine Holding, in der die Stadt Hamburg ihre Beteiligungen hält.

Beiersdorf selbst erwirbt im Rahmen eines von der Hauptversammlung bereits genehmigten Aktienrückkaufs 7,4 Prozent der Papiere. Drei Prozent erwirbt zudem die Pensionskasse von Beiersdorf. Ein kleines Restpaket von 3,6 Prozent behält die Allianz im eigenen Besitz.

Tchibo ist bereits mit 30,4 Prozent an dem Hamburger Traditionsunternehmen beteiligt und muss den übrigen Aktionären damit kein gesetzliches Übernahmeangebot unterbreiten. Mit dem Verkauf geht ein seit zwei Jahre dauernder Poker um den Beiersdorf-Anteil der Allianz zu Ende, in dessen Verlauf alle großen Branchenkonkurrenten als mögliche Käufer gehandelt wurden. Darunter war neben dem US-Konsumgüterhersteller Procter & Gamble auch der französische Marktführer L'Oreal.

Procter & Gamble hatte sein Interesse kürzlich noch bekräftigt, hielt sich mit einem Angebot aber zurück, als Tchibo in aussichtsreiche Verhandlungen mit der Allianz trat. Ein feindliches Angebot hatte der Konzern aus dem US-Bundesstaat Ohio zudem ausgeschlossen.

In Hamburg hatten Beschäftigte und Politiker befürchtet, dass Procter & Gamble im Fall einer Übernahme den Beiersdorf-Konzern zerschlagen und Unternehmensteile und Arbeitsplätze ins Ausland verlagern könnte.