Bilanz: Bertelsmann mit Rekordergebnis - DER SPIEGEL
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Bilanz Bertelsmann mit Rekordergebnis

Der höchste Gewinn in der Firmengeschichte von Bertelsmann ist Ergebnis von Verkäufen und Sondereffekten. Der Medienkonzern selbst wächst kaum noch.
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Berlin - Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/2001 wurde ein Ergebnis von 3,3 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem Plus von 79 Prozent. Wie das Unternehmen am Donnerstag auf seiner Jahrespressekonferenz in Berlin mitteilte, stieg der Umsatz um 21 Prozent auf 20 Milliarden Euro (39,3 Milliarden Mark).

Der höchste Gewinn in der Firmengeschichte ist auch das Ergebnis von Sondereffekten aus dem Verkauf von Beteiligungen an AOL Europa und MediaWays. Das Ebita-Ergebnis lag mit 1,2 Milliarden Euro nahezu auf dem Rekordniveau des Vorjahres (1,25 Milliarden Euro). Der Jahresüberschuss stieg im Berichtszeitraum (1. Juli 2000 bis 30. Juni 2001) trotz hoher Investitionen und eines überproportionalen Steueraufwandes um 44 Prozent auf 968 Millionen Euro (Vorjahr: 672 Millionen Euro.)

Kein organisches Wachstum

Bertelsmann will in den nächsten drei Jahren die Umsatzrendite konzernweit auf rund zehn Prozent steigern. Das sagte Vorstandsvorsitzender Thomas Middelhoff am Donnerstag während der Bilanzpressekonferenz in Berlin. Bezogen auf einen möglichen Börsengang des Unternehmens in drei bis vier Jahren verwies er auf die Vereinbarung, dass die Groupe Bruxelles Lambert (GBL) die erworbenen Aktien bei einer Börseneinführung von Bertelsmann ganz oder teilweise am Markt platzieren könne.

Künftig setzt das Unternehmen auf Filesharing große Hoffnungen. Diese Technologie werde fester Bestandteil der Medienwelt. Für das laufende Jahr kündigte der Vorstandsvorsitzende die Ausdehnung der Gewinnbeteiligung auf erste Unternehmenseinheiten in den USA an.

Bertelsmann hat im abgelaufenen Geschäftsjahr jedoch kein organisches Wachstum erreicht. Das Unternehmen sei nur durch Akquisitionen und die ganzjährige Konsolidierung der RTL Group gewachsen, sagte Finanzvorstand Siegfried Luther in Berlin. Im Vorjahr habe das organische Wachstum noch fünf Prozent betragen.