Bilanz: Post schrammt an Milliardenminus vorbei - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Bilanz Post schrammt an Milliardenminus vorbei

Die Deutsche Post schließt das Jahr 2008 mit einem Verlust von weniger als einer Milliarde Euro ab. Vor allem im vierten Quartal ging die Zahl der Sendungen wegen des weltweiten Wirtschaftsabschwungs spürbar zurück. Als Grund für das Minus nennt der Konzern aber "mehrere Einmaleffekte".
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bonn - Die Deutsche Post hat 2008 dank einer Kostenkur ihr im Herbst gesenktes Gewinnziel erreicht. Vor Einmalposten, Zinsen und Steuern liege der Gewinn leicht über 2,4 Milliarden Euro, teilte der im Dax notierte Logistikkonzern am Montag in Bonn mit. Der operative Cash-Flow lag bei mehr als drei Milliarden Euro.

Post-Logo in Bonn: Umfeld wird schwierig bleiben

Post-Logo in Bonn: Umfeld wird schwierig bleiben

Foto: DDP

Insgesamt schloss das Unternehmen das vergangene Jahr aber mit einem Verlust von weniger als einer Milliarde Euro ab. Der ausgewiesene Verlust entstehe durch "mehrere Einmaleffekte", vor allem die Kosten für den Rückzug aus dem Expressgeschäft in den USA, teilte das Unternehmen weiter mit. Die Post hatte im November angekündigt, ihr inländisches Expressgeschäft in den USA aufzugeben und 15.000 Stellen zu streichen.

Einen Ausblick auf 2009 will die Post frühestens zum Ende des ersten Quartals geben. Bisher sei aber schon absehbar, dass das Umfeld schwierig bleiben wird. Daher konzentriere sich die Post darauf, die Kosten zu deckeln und Bargeld einzufahren.

"Wir haben im vergangenen Jahr im Rahmen unserer 'Roadmap-to-Value -Initiativen' energische Schritte eingeleitet, um unsere Kosten auf ein Minimum zu reduzieren und unsere Barbestände zu erhalten", sagte Finanzvorstand John Allan. "Durch diese Maßnahmen ist es uns gelungen, unsere Gewinnerwartungen trotz der Verschlechterung des gesamtwirtschaftlichen Klimas zu erfüllen."

Der weltweite Konjunkturabschwung im vierten Quartal schlug sich in einem Rückgang der Sendungsvolumen in den meisten Geschäftsbereichen nieder. In der Luft- und Seefracht schrumpften die Mengen in vielen Teilen der Welt in zweistelliger prozentualer Höhe. Im Expressgeschäft verringerten sich die Mengen im vierten Quartal auch außerhalb der USA, einzige Ausnahme bildete die Region Osteuropa, Naher Osten und Afrika, wo die Mengen weiterhin im mittleren einstelligen Prozentbereich anstiegen. In Heimatmarkt Deutschland blieben die Mengen im angestammten Briefgeschäft, immer noch der Gewinngarant des Konzerns, stabil.

Der Rückzug der US-Express-Sparte aus dem Inlandsmarkt verläuft der Post zufolge nach Plan. Wegen des Einbruchs der Inlandsumsätze sanken auch die Kosten schneller als erwartet. Ein detailliertes Bild der Fortschritte will die Post bei Vorlage der Jahresbilanz am 26. Februar vorstellen.

kaz/dpa-AFX/AP/AFP