Bilanz Siemens steigert Gewinn - und baut weiter Stellen ab
München - Im abgelaufenen Quartal brach das Ergebnis der Siemens-Kommunikationssparte Com um 75 Prozent von 108 Millionen auf 27 Millionen Euro ein. Deshalb seien kurzfristig "weitere Kapazitätsanpassungen" geplant, teilte Siemens heute in München mit, ohne konkrete Zahlen zu nennen. In den vergangenen Monaten seien bereits 1500 Stellen in Deutschland abgebaut worden.
Die kriselnde IT-Tochter SBS vergrößerte den Verlust von 129 Millionen auf 194 Millionen Euro.
Das Quartalsergebnis des gesamten Konzerns stieg dagegen unerwartet deutlich. Der Gewinn kletterte von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 887 Millionen Euro. Analysten hatten lediglich mit einem marginalen Anstieg gerechnet. Das Ergebnis der Bereiche stieg um 8 Prozent auf 1,325 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 21 Prozent auf 21,51 Milliarden Euro zu, der Auftragseingang um 22 Prozent auf 24,413 Milliarden Euro.
"Die Ergebnisse für das zweite Quartal zeigen die klaren Veränderungen, die wir mit unserem Fit4More-Programm nach nur einem Jahr erreicht haben", sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. Die Restrukturierungsmaßnahmen führten allerdings auch im zweiten Halbjahr zu weiteren Belastungen.
Zu den wichtigsten Ergebnisträgern zählte erneut die Sparte Medizintechnik, die durch die Übernahme der amerikanischen Diagnostic Products Corp. weiter gestärkt werden soll. Siemens übernimmt das Unternehmen mit 2500 Mitarbeitern weltweit für 1,54 Milliarden Euro. Die Aufsichtsräte beider Firmen hätten die Übernahme bereits gebilligt, hieß es heute. Wenn auch die zuständigen Wettbewerbsbehörden zustimmen, soll der Kauf bereits im Sommer abgeschlossen sein.
kaz/AP/Dow Jones/AFP/dpa