Bilanzkorrektur SAP droht offenbar Bußgeld
Berlin - Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel ermittelt offenbar, ob SAP seine Ad-hoc-Mitteilungspflicht verletzt hat. "Wir prüfen, ob SAP gegen das Wertpapiergesetz verstoßen hat", sagte eine Sprecherin des Amtes der "Berliner Zeitung".
Dem Softwarekonzern drohe nun ein Bußgeld von bis zu drei Millionen Mark, sollte sich herausstellen, dass das Management seine Pflichten leichtfertig oder gar vorsätzlich verletzt hat. Allerdings hat das Amt im vergangenen Jahr lediglich sechs Bußgelder verhängt, von denen keines höher lag als 200.000 Mark.
Grund für die nachträgliche Korrektur waren die hohen Verluste des US-Softwareherstellers Commerce One, an dem SAP beteiligt ist. SAP müsse das Finanzergebnis, damit auch das Vorsteuerergebnis und das Ergebnis je Aktie des ersten und zweiten Quartals des Geschäftsjahres um zusammen 90 Millionen Euro nach unten revidieren, hieß es.
Nach dem Gesetz müssen solche Tatsachen unverzüglich gemeldet werden. Gelegenheit zur Korrektur hatte SAP schon am Donnerstag gehabt, als der Software-Riese seine Erfolgsbilanz vorlegte. Am gleichen Tag veröffentlichte Commerce One seine Quartalszahlen. Jedoch berichtigte SAP seine Zahlen erst am Samstag, nachdem die Nachricht bereits verbreitet worden war.