Billig-Airlines: TUI und Lufthansa verjagen Rivalen - DER SPIEGEL
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Billig-Airlines TUI und Lufthansa verjagen Rivalen

Erst verkündete eine Billig-Airline nach der anderen mit viel Tamtam den Start auf dem deutschen Markt, jetzt ziehen sich die ersten kleinlaut zurück. Nach den Ryanair-Bossen kneift nun auch Richard Branson, Besitzer von Virgin Express, vor der mächtigen Konkurrenz.
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Köln/Bonn - Noch im Juli hatte Sir Richard die Rolle des Revolutionärs gespielt. Wenn seine Billig-Airline Virgin Express im Oktober von Köln/Bonn aus starte, werde eine "Welle des Wandels" über den deutschen Flugmarkt rollen. Auch "bezahlbare Flüge für Reisende im ganzen Land" kündigte der exzentrische Milliardär an. Schon damals klangen die Losungen ein bisschen zu vollmundig. Denn Virgin plante lediglich, ab Dezember mit zwei Flugzeugen zunächst drei Ziele anzufliegen.

Doch nicht einmal daraus wird etwas. Ein Sprecher des Flughafens Köln/Bonn bestätigte am Donnerstag, dass Virgin seine Expansion auf den deutschen Markt abgeblasen hat. Bereits am Dienstag hatte auch eine Sprecherin der irischen Billigfluglinie Ryanair mitgeteilt, dass die Expansion auf dem deutschen Markt angehalten werde. Anders als zu Jahresbeginn angekündigt wolle Ryanair im Jahr 2003 keine weiteren deutschen Flughäfen in sein Netz aufnehmen. Auch innerdeutschen Flüge werde es vorerst nicht geben.

Grund für den Rückzug der ausländischen Billig-Airlines ist offenbar, dass deutsche Großkonzerne wie Lufthansa und TUI in kürzester Zeit Defensiv-Bastionen hochgezogen haben. So will GermanWings, der neu formierte Discount-Ableger der Lufthansa, ab Ende Oktober von Köln/Bonn aus starten und ab 29 Euro europäische Metropolen ansteuern. Hapag-Lloyd Express, Billigtochter der TUI, will im Dezember an den Start gehen. Beide neuen Unternehmen haben angekündigt, dass sie voraussichtlich erst im Jahr drei nach dem Start profitabel arbeiten werden.

Einem Bericht der "Financial Times" zufolge sind die Manager von Virgin Express aber nicht bereit, Verluste ähnlich lange zu tolerieren. Für ihre künftige Expansion wollen sie sich demnach andere, von vornherein profitable Strecken suchen. Der Flughafen Köln/Bonn hofft derweil weiter, sich als neues, großes Drehkreuz für Billig-Airlines in Deutschland zu etablieren. Nur werden die Fluggäste bei der Wahl der Gesellschaft doch weniger Auswahl haben als gedacht.