Billig-Strom: Verbraucherschützer warnen vor Abzocke - DER SPIEGEL
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Billig-Strom Verbraucherschützer warnen vor Abzocke

Die Angebote klingen verlockend, seriös sind sie nicht immer: Verbraucherschützer raten dringend von allzu günstigen Stromtarifen ab. Denn die Anbieter kalkulieren oft unter dem Einkaufspreis - und am Ende bleibt der Kunde ohne Strom, dafür aber auf den Kosten sitzen.
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Bonn - "Die Gier nach billigem Strom macht viele Leute blind für die Gefahren, in die sie sich begeben", warnte Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher heute. Die von den Strom-Discountern verlangten Tarife lägen derzeit teilweise sogar unter den Einkaufspreisen der Unternehmen. Deshalb sei die Gefahr groß, "dass mit Dumping-Preisen Kunden erst gelockt und dann im Stich gelassen werden".

Einen Bogen machen sollten preisbewusste Verbraucher nach Einschätzung des Verbandes vor allem um Angebote, bei denen der Strom für bis zu ein Jahr im Voraus bezahlt werden muss. "Im Falle einer Insolvenz ist der Jahresbeitrag verloren", betonte Peters. Dies sei eine reale Gefahr. Denn die Bonität mancher Anbieter gelte als nicht besonders hoch.

Kritisch bewertet der Bund der Energieverbraucher aber auch Offerten, bei denen der Kunde Strompakete von 1.200, 2.400 oder 3.600 Kilowattstunden erwirbt, statt wie sonst üblich nach Verbrauch zu bezahlen. Denn wer mehr verbrauche als das zuvor gekaufte Kontingent, werde häufig kräftig zur Kasse gebeten. Wer weniger verbrauche, der habe für Strom bezahlt, den er nie bezogen habe. Der Strompreis werde dadurch zum Glücksspiel.

Das Fazit der Verbraucherschützer: Preisbewusste Verbraucher sollten Strompakete und Vorauskassenmodelle meiden und keinen Strom von Anbietern kaufen, die nicht zugleich auch Netzbetreiber sind. Oft könnten die Verbraucher einfach dadurch fünf bis 10 Prozent Stromkosten sparen, dass sie in den günstigsten Tarif ihres eigenen Versorgers wechselten, betonte der Verband. Oder sie können überteuerte Stromtarife des örtlichen Versorgers nach schriftlicher Ankündigung kürzen. "Wer keine dieser Möglichkeiten nutzt, wird zu Recht durch hohe Stromkosten bestraft", meinte Peters.

sam/AP