Billigaktie Hedgefonds kauft sich bei Daimler ein
München/Stuttgart - Bei Daimler flüchtet man sich in Diplomatie: "Wir sind offen für neue Investoren", sagt eine Sprecherin - betont aber zugleich: "Wir sind mit der aktuellen Aktionärsstruktur zufrieden." Als Übernahmekandidat sehe Daimler sich nicht - ausgeschlossen werden könne eine Übernahme freilich auch nicht. Ansonsten: kein Kommentar.
Tatsächlich gilt Daimler seit längerem als gefährdet. Die Aktien des Autobauers hatten in den vergangenen Monaten bereits deutlich an Wert verloren und waren nach der Gewinnwarnung zu den Halbjahreszahlen um mehr als elf Prozent abgestürzt. Damit verlor das Unternehmen - gemessen am Vortagsschluss - auf einen Schlag fast fünf Milliarden Euro an Börsenwert. Zum Wochenausklang wurden die Daimler-Papiere mit 36,64 Euro im Dax gehandelt.
Dem "Focus" zufolge hat ein ausländischer Hedgefonds die Situation nun genutzt, um sich bei dem Traditionsautobauer einzukaufen. Banken hätten demnach die Stuttgarter in der vergangenen Woche über umfangreiche Käufe von Daimler-Aktien informiert, berichtet das Magazin unter Berufung auf ein Aufsichtsratsmitglied.
Daimler ist an der Börse derzeit nur knapp über Buchwert bewertet - das bedeutet, der Konzern ist an der Börse gerade einmal so viel wert wie die Summe seiner Vermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten. Der hohe Cashflow und die Barreserven machen Daimler außerdem zu einem attraktiven Ziel für Übernahmen. Hinzu kommt der hohe Streubesitz. Angesichts der Probleme in der weltweiten Autoindustrie halten Analysten Kooperationen von Autoherstellern, zum Beispiel von Daimler und BMW für ratsam.
ase/dpa-AFX