Billigsegment: Sixt-Autos jetzt auch preiswert zu haben - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Billigsegment Sixt-Autos jetzt auch preiswert zu haben

Sixt hat in der Vergangenheit von sich behauptet, einer der billigsten Autovermieter Deutschlands zu sein. Wohl nicht ganz so billig, wie die Werbung suggerierte - denn ansonsten müsste das Unternehmen wohl kaum eine eigene Billigtochter gründen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Pullach - "So spricht man Sixt aus: Günstig", heißt es in einer von Sixts grellorangenen Werbeanzeigen. Das ist eine sehr gewagte Aussage, denn zu den günstigen Autovermietern gehört das Unternehmen schon länger nicht mehr. Wie viel Luft es bei den Preisen nach unten noch gibt, dokumentieren die Pullacher jetzt eindrucksvoll mit der Gründung einer Billigtochter.

Unter der Marke Sixti werde der Konzern von Mittwoch an Mietfahrzeuge zu niedrigen Preisen anbieten. Von den übrigen Produkten solle das neue Angebot klar abgegrenzt werden. Sixti solle die Gewinnschwelle bei einem erwarteten Umsatz von 10 bis 15 Millionen Euro bereits im ersten vollen Jahr 2004 erreichen. Danach erwartet der Konzern deutlich zweistellige Wachstumsraten. Bei der morgigen Bilanzpressekonferenz sollen weitere Details bekannt gegeben werden.

Die Onlineausgabe des Anlegermagazins "DMEuro" berichtet ohne Nennung von Quellen, Sixt werde Mietautos ab fünf Euro pro Tag anbieten. Die Autos können dem Bericht zufolge nur über eine Webseite reserviert werden, die bereits am 28. Mai freigeschaltet werden soll. Starten wolle Sixt mit der neuen Billigtochter zunächst in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Sixt reagiert laut "DMEuro" damit auf die zunehmende Zahl von Billigautovermietern, die den etablierten Unternehmen die Kunden streitig machen. So biete seit dem vergangenen Jahr das Berliner Unternehmen Navicar.de bundesweit Mietwagen ab neun Euro pro Tag an. Vor wenigen Wochen habe auch Sixt-Konkurrent Europcar eine Billigtochter unter der Marke Interrent gegründet, die sich aber bisher auf Berlin konzentriere. Pionier unter den Billiganbietern ist das britische Unternehmen Easycar, das angekündigt hat, noch in diesem Jahr auch nach Deutschland zu expandieren.