Billigware aus Asien EU fordert Strafzölle auf Schuhe
Brüssel - Es gebe klare Beweise, dass die beiden asiatischen Länder ihre Billigware zu unfairen Bedingungen auf den europäischen Markt brächten, sagte Mandelson heute in Brüssel. China und Vietnam gewährten heimischen Herstellern illegale Zuschüsse, erklärte der EU-Kommissar. Die Rede war von zinslosen Darlehen oder Steuerermäßigungen.
Die Zölle für chinesische Schuhe sollen künftig 19,4 Prozent betragen, für vietnamesische 16,8 Prozent. Mandelson will die Abgabe schrittweise in einem Zeitraum von sechs Monaten anheben. Bei Zustimmung der EU-Mitgliedsländer könnte die erste Marge von vier Prozent bereits im April in Kraft treten. Einzelhändler in Europa würden so nicht plötzlich mit hohen Zöllen konfrontiert.
Europäische Schuhhersteller fordern schon lange Schutzmaßnahmen gegen asiatische Billigimporte. Nach EU-Angaben sind die Einfuhren von Lederschuhen aus China seit März 2005 um 320 Prozent auf 950 Millionen Paare gestiegen. Vietnam importierte demnach im selben Zeitraum 120 Millionen Paare in die Europäische Union, was sogar einer Wachstumsquote von 700 Prozent entspricht.
Mandelson sprach sich dafür aus, Kinderschuhe von den Strafzöllen auszunehmen, um höhere Kosten für Familien zu vermeiden. Modische Turnschuhe für den Alltag sollen dagegen belegt werden. Betroffen davon wären die beiden deutschen Marktführer Adidas und Puma ebenso wie der weltgrößte Sportartikelkonzern Nike.
Die Schuhbranche kritisierte die Pläne. Die Strafzölle sind nach Auffassung des Verbandes der Schuhimporteure und -händler viel zu hoch und nicht akzeptabel. Geschäftsführer Paul Verrips rechnet damit, dass die Leidtragenden die europäischen Verbraucher sein werden. "Importzölle in einer solchen Größenordnung lassen sich nicht kompensieren", heißt es in einer Mitteilung. Besonders betroffen seien Konsumenten mit niedrigen und mittleren Einkommen.
Bereits 2005 hatte die EU China wegen massenhafter Billigimporte mit Strafzöllen gedroht . Damals ging es um drastisch gestiegene Textileinfuhren aus der Volksrepublik.
suc/Reuters/ddp/AP/dpa